Feed on
Artikel
Kommentare

3 ist besser als 2!

Heute, 6:40 Uhr: ich schrecke hoch. Ein verschlafener Blick auf die Uhr: ohhh – 6 Uhr vorbei. Schon lange vorbei. Wieso hat der Wecker nicht geklingelt? Oder hat er? Ausgeschaltet und nochmal eingeschlafen? Keine Ahnung. Auf jeden Fall: viel später als ich eigentlich wollte. 

Also raus! Ups. Was ist das denn? Ein Ziehen oberhalb des rechten Knöchels. Nicht wirklich schmerzhaft, aber: da ist was. Unangenehm, störend. Natürlich: am Freitag abend bin ich beim Lauf im Halbdunkel zweimal umgeknickt. Am Samstag war nichts zu spüren, dafür heute. Da wurde wohl doch etwas überdehnt. Bänder? Naja – mal sehen, wie es sich entwickelt. 

Das Wetter war völlig anders als vorhergesagt, wir hatten blauen Himmel, strahlenden Sonnenschein und schon 14 °C. Also genügend Getränke gemixt und den Gürtel bestückt. 

Nachdem eine der geplanten Mitläuferinnen doch noch kurzfristig ausfiel, waren wir noch zwei. Die Kollegin ist beim Wiederaufbau nach langer Laufpause und hat gerade wieder ihre ersten längeren Läufe absolviert. Sie trainiert für den Halbmarathon, läuft in etwa mein Tempo und das versprach einen unkomplizierten Lauf. Die Strecke ging durch viel Wald, kurze Strecken über die Felder in der Sonne. Sehr schön, sehr flüssig und unangestrengt, blindes Verständnis. Schön.

Nach 22 km waren wir wieder am Startpunkt, bis dahin keinerlei Probleme. Das Tempo hatten wir – bis auf wenige unbewusste Temposteigerungen – gut im Griff. Meine Begleiterin fühlte sich gut und wollte doch noch ein Stückchen dranhängen und so blieben wir im Wald, wo es diverse Möglichkeiten gab, den Lauf bei Bedarf zu verkürzen. Da reifte dann bei mir der Gedanke, dass eine “3″ als erste Zahl doch besser aussieht als eine “2″. Also kurz gerechnet und die entscheidende Schleife noch angehängt. Die Mitläuferin wollte es dann doch bei ca. 28 km belassen und bog ab. Ich schaffte nochmal einen flotten Kilometer und kurz nachdem der Forerunner den 26. Kilometer anzeigte, wurden die Beine schwer. Hammermannmäßig. Der Mitternachtslauf machte sich bemerkbar. Böse – ganz böse. Das würden schwere letzte Kilometer werden. Der rechte Knöchel störte übrigens den Lauf über nicht weiter. Ich merkte, dass da “was” war, aber nicht schlimm. Dafür machte sich plötzlich mein “Problem” am Ansatz des linken großen Zehs bemerkbar. Ich hatte das ja auf die neuen Schuhe geschoben, nur: heute trug ich Schuhe, mit denen ich schon über 600 km problemlos gelaufen war. Es wurde so schlim, dass ich die Schnürung komplett lockern muste und zuhause konnte ich den Schmerzpunkt auch ziemlich genau lokalisieren. Hoffentlich bahnt sich da nichts an. Nicht vor dem Marathon!

Müde schleppte ich mich nach 30,44 km zum Auto zurück. Ein schweres Stück Arbeit, aber letztendlich zählt die “3″. Es sind zwar nur ein paar hundert Meter, aber sehr wertvoll fürs Gefühl.

Danke, Dagmar für den schönen Lauf.
 

30,44 km in 3:12 Stunden. 
Wochenbilanz 75,37 km und lt. Forerunner 5426 Kalorien verbraten. Nicht übel!

Was ist das: knapp über 600 Menschen stehen dichtgedrängt kurz vor Mitternacht auf einer ansteigenden Straße und warten, dass es knallt?

Richtig: Mitternachtslauf in Albersweiler. Alle Jahre wieder am Weinfest-Freitag. Früher mit bis zu 1500 Läufern hoffnungslos über”laufen”, waren es dieses Jahr nur 617 Zieleinläufer. Nachdem es im letzten Jahr lange Zeit unklar war, ob die Veranstaltung überhaupt stattfindet, hatten wohl viele Stammgäste den Lauf aus ihrem Laufkalender gestrichen. Schade.

Trotzdem waren wieder ganze Busladungen mit “Lauftouristen” weite Strecken angereist, um sich den Spaß nicht entgehen zu lassen. Spaß – das ist auch das Stichwort, unter dem man die Veranstaltung sehen sollte. Die Strecke ist sehr profiliert und bestimmt ein Viertel der Läufer besteht aus Zeitgenossen, die sich an diesem Abend wahrscheinlich zum einzigen Mal im ganzen Jahr “laufend” bewegen. Dafür stehen diese dann beim Start in der ersten Reihe.

Wie schon kurz im Vor-Eintrag erwähnt, beinhaltet die Strecke zwei – zwar kurze – aber sehr üble Steigungen und so mancher, der hier zum ersten Mal läuft wird sich gewaltig erschrecken. Am Start herrscht auch dieses Jahr die pure Anarchie und ich werde nächstes Jahr sehr weit hinten stehen (hoffentlich denke ich nächstes Jahr noch daran). 

Mit dreiminütiger Verspätung geht es auf die Reise. Der Start liegt bezeichnenderweise bereits in einer Steigung, die nach zweihundert Meter ihre Fortsetzung in einer scharfen Linkskurve findet. Da wird geschoben, geschubst und sich mit Gewalt den Weg frei gedrängelt. Nicht so schön. Nach der Linkskurve legt die Strecke noch an Steigung zu und nach einer kurzen Geraden geht es rechts herum und dann so richtig den Berg hoch. Spätestens hier trennt sich schon einige Spreu vom Weizen, sprich: Läufer von Gehern und wer am Ende des Anstiegs die Nase vorn hat, hat den Rest des Laufes freie Bahn. Oben angekommen, geht es einige hundert Meter flach weiter und dann steil und kurvig wieder nach unten. Es folgen einige Wellen, viele Kurven und anfangs des dritten Kilometers folgt die zweite Steigung, wie die erste moderat beginnend, um dann nach einer Biegung plötzlich auf 50 m Länge steil ansteigend. Noch einige flache Meter und dann steht man schon wieder am Beginn der langen, hier noch sanft ansteigenden Geraden, an deren Ende der Start erfolgte. Und dann - weils so schön war – das ganze nochmal.

Die erste Runde hatte ich ganz passabel hinter mich gebracht, knapp über 5:00 für den ersten Kilometer mit der Steigung, 4:30 für den zweiten, dann nochmal knapp über 5:00 und den Kilometer vier mit dem langen Anstieg absolvierte ich in 5:20. Da war ich schon reichlich müde. Die zweite Runde war dann entsprechend langsamer. Der Kilometer fünf war 30 Sekunden langsamer, der sechste knapp 20 Sekunden, beim siebten schaffte ich es, “nur” 10 Sekunden draufzupacken und lediglich der letzte Kilometer war in der zweiten Runde um 10 Sekunden schneller. Die Strecke war insgesamt nicht ganz die angekündigten 8,4 km lang, mein Forerunner zeigte eine Länge von 8,07 Kilometern. Reichte auch.

Dafür, dass ich den Lauf ohne jegliche Ambitionen und aus dem Marathontraining heraus absolvierte, bin ich doch überrascht, dass am Ende mit 41:31 Minuten eine Verbesserung um immerhin eineinhalb Minuten gegenüber dem Vorjahr herauskam. Erstaunlich. Was mir nicht gefiel, war mal wieder, dass ich in den Gefällen viele Plätze verlor, die ich an den Steigungen nur zum Teil wieder aufholen konnte. Wie lerne ich schnelles Bergablaufen? Der 249. Platz von 614 Zieleinläufern wurde es am Ende. Das ist ok. 

Der letzte Zieleinläufer war wie jedes Jahr das Mitternachtsgespenst, das gestern auf den Namen “Eveline” hörte. Wie jedes Jahr passt es auf, dass unterwegs niemand verlorengeht. Der gespenstische Zieleinlauf erfolgte 1 Stunde und 17 Minuten nach dem Startschuss. Der Sieger benötigte 26:34 Minuten!

Bis ich dann zuhause angekommen und geduscht war, endlich eine Kleinigkeit gegessen hatte und noch ein wenig vor dem Fernseher (das Programm ist nachts auch nicht besser als tagsüber) zur Ruhe gekommen bin, gings um drei Uhr endlich zu Bett. Um 9 war ich schon wieder auf den Beinen, weil vor dem Urlaub noch etwas Arbeit erledigt werden musste. Dafür genehmigte ich mir einen Lauf-freien Tag und die Couch war heute Mittag mein Freund.

Morgen gehts wieder auf die lange Reise. Knapp 30 Kilometer warten. Aber schön langsam und ohne böse Steigungen!

Huch – verlaufen!

Nein – eigentlich nicht verlaufen, nur vertan. Die Abfahrt verpasst sozusagen. Aber dazu später.

Montag. Regeneration. Inzwischen freue ich mich schon auf den ungewohnten montäglichen Langsamlauf, auch wenn ich hinterher immer sehr müde bin. Kaum zu glauben, ist aber so. Aber die Müdigkeit ist nach dem langsamen Lauf anders als vorher. Den Beinen jedenfalls tuts gut. Also werde ich das beibehalten.
8,75 km, 0:59 Std.

Dienstag. Dauerlauf. Standardlauf sozusagen. Es war schon wieder warm und deshalb wurde die Strecke nach möglichst vorhandenem Schatten gewählt. Trotzdem liesen sich sonnige Passagen nicht ganz vermeiden. Zur Hälfte machten wir an einem Friedhof halt und erfrischten uns. Natürlich ausgiebig gemustert und beäugt von den wenigen anderen Friedhofbesuchern. Die Wasserstelle lag gleich am Eingang und so haben wir hoffentlich nicht allzusehr gestört, aber das Wasser war wirklich eine Wohltat. 
11,5 km, 1:13 Std.

Heute, Donnerstag. Tempo. 2 x 4 km im Marathontempo, insgesamt 12-15 km. Da der Lauf vom kommenden Samstag schon am Freitag abend stattfinden und etwas kürzer werden wird, wollte ich heute auf jeden Fall die 15 km abspulen. 
Nachdem sich der Wecker heute früh um 5:00 Uhr vergeblich bemühte, mich zum Laufen zu überreden, gings gleich nach der Arbeit auf die Piste. 2 km gemütliches Einlaufen, dann die ersten schnellen 4 km. Das Tempo gut getroffen, leicht zu schnell, aber gut zu laufen. Durch den Regen in der Nacht und am Morgen war der Waldboden etwas aufgeweicht. Einerseits mal wieder ein etwas anderer Untergrund, andererseits aber auch eine Erschwernis beim Laufen. In der Pause zwischen den schnellen Teilen schaffte ich fast auf Anhieb mein Regenerationstempo. Gut. Die zweiten schnellen 4 km waren schon etwas anstrengend, aber auch gut im Tempo und wieder leicht schneller als gefordert. Während ich dann so vor mich hin lief, muss ich mit den Gedanken wohl etwas “abgerutscht” sein. Jedenfalls merkte ich plötzlich, dass ich wohl zwischenzeitlich einen Querweg verpasst hatte, über den ich eigentlich den Rückweg antreten wollte. Hmmm – was nun? Kehrt ein Läufer um? Niemals! Also auf Verdacht “der Nase nach” und tatsächlich den richtigen Weg wieder gefunden. Kurz vor Ziel waren es dann trotz des Umwegs erst knapp über 14 km und so bin ich 20 m am Auto vorbei in eine zusätzliche Schleife. So wurden es dann fast 17 km, davon 2 x 4 km im Marathontempo. 
16,7 km, 1:38 Std. Anstrengend, aber noch Reserven. Gut so.

Morgen, Freitag, findet der Mitternachtslauf in Albersweiler im Rahmen des dortigen Weinfestes statt. Start 23:45. 8,4 km in zwei Runden durch das illuminierte Dorf. Kurze, aber bösartige Steigungen, viele “Fun”-Läufer und nicht wirklich ernst zu nehmen. Die Gewinner werden in Wein aufgewogen, wobei der Wiegemeister bei den meist schmächtigen Siegerinnen schon mal zufällig seinen Fuß auf der Wage stehen lässt. Ich werde berichten …

Zurzeit werden die ersten Felder abgeerntet und das gibt manchmal hübsche Kontraste:

Nach dem Fiasko vom Donnerstag war ich schon etwas neugierig, wie es sich denn am Samstag laufen würde. Den freitäglichen Lauf-Ruhetag sollte die schweren Beine etwas entspannt haben. 13 km im Wohlfühltempo standen im Plan.
Die neuen Schuhe waren mal wieder dran und nach 6-7 km spürte ich wieder ein Drücken links kurz oberhalb des Ansatzes vom großen Zeh. Das Phänomen hatte ich schon einmal bei einem kürzeren Lauf, brachte es aber nicht unbedingt gleich mit den Nike’s in Verbindung. Aber der Druckschmerz hängt wohl doch mit den Schuhen zusammen. Nicht gut. Vor allem beim Bergablaufen macht es sich bemerkbar. Einige Male angehalten, die Schnürung verändert, die Zunge verschoben (also die vom Schuh), aber geholfen hat es nicht wirklich. Irgendwas stimmt hier nicht im Zusammenspiel von Schuh und Fuß. Nun werde ich den Schuh mal einige Zeit weglassen und wenn ich den Fehler nicht finde, muss ich ihn wohl aussortieren.
Der Lauf an sich war ok, leidlich locker und von irgendwelchen “Nachwehen” vom Donnerstag nichts zu spüren. Also alles im grünen Bereich.
14,43 km, Schnitt 6:06 min/km. 

Heute, Sonntag: geplant 20 km mit 3 km Tempo am Ende.
Wir (6 Leutchen) liefen hier bei uns kreuz und quer durch die Weinberge. Viel sanftes Auf- und Ab, angenehmes Wetter, obwohl es zum Start noch geregnet hatte. Die Wolken brachen langsam auf und kurz vor Schluss erwischte uns sogar noch die Sonne. Ein sehr schöner Lauf, entspannt und locker. Der Zufall wollte es, dass am Ende fast genau 21,1 km herauskamen.
Anschließend folgte der gemütliche Teil: ein ausgiebiges Frühstück mit der Gruppe. Hach – schön.
21,1 km in 2:10 Stunden

Wochenbilanz: 67,07 km, verteilt auf 5 Läufe.

Große Pläne …

… hatte ich heute. 13–17 km in anspruchsvollem Tempo, so stands im Plan.

Gestern der nachgeholte Lauf vom Dienstag. 13 km, um 5:30 gestartet. Locker, problemlos, schön. 

Aber zurück zu heute. Ein mittellanger Tempolauf. Eigentlich sollte auch heute in der Frühe gelaufen werden, aber ich habs nicht geschafft. Müde, schwere Beine, schläfrig. Endlich aus den Federn, hatte ich kurz hochgerechnet und kam zu dem Schluss, dass es zu spät ist. 17 km mit Duschen dauert zwei Stunden Dann ist noch nichts gefrühstückt … Also doch heute Abend auf die Piste.

Im klimatisierten Büro war mir nicht bewusst, dass die Temperaturen vor der Tür schon wieder über die 30 °C-Marke gingen. Da war ich schon etwas erstaunt. Noch kurz etwas erledigt und dann zum Laufen vorbereitet. Zwei Getränkeflaschen, eine gemixt zum Trinken, eine nur Wasser zur äußerlichen Kopf-Kühlung. Aufrund der Temperaturen ging ich erstmal nicht davon aus, das angedachte Tempo wirklich laufen zu können, aber es ging – nach vorsichtigem Beginn – erstaunlich flüssig vorwärts. Nach zwei Kilometern stand gleich die heftigste Steigung des heutigen Kurses an. Ca. 1 Kilometer lang mit unterschiedlichen Steigungswinkeln. Und da sah ich sie: Zwei Gestalten, etwa 300 m vor mir. Spaziergänger? Nein – zu schnell. Läufer? Nein – auch nicht. Ein Stück näher dran konnte ich es dann erkennen. Walker! Sie mit, er ohne Stöcke. In flottem Tempo bergauf maschierend. 

Na, da wollen wir doch mal sehen, wer erster oben ist. Bauch eingezogen, tief Luft geholt und Fahrt aufgenommen. Anstrengend, wirklich. Ob das eine gute Idee ist? Quatsch. Jäger und Sammler. Also weiter. Der Atem wird kürzer, der Schweiß rinnt in Strömen, aber ich komme näher und tatsächlich: kurz vor der Kuppe laufe ich locker grüßend an den beiden vorbei. Angeber. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Oben geht es durch eine Senke nochmals in einen Anstieg, der zum Glück nur kurz ist. Tempo rausnehmen, durchschnaufen.

Tempo rausnehmen? Mhhhh – erstmal können. Den Schwung vom Anstieg in den Beinen gelingt es mir nicht, das Tempo spürbar zu reduzieren. Inzwischen geht es Richtung Osten und leicht abwärts, was zur Folge hat, dass mir die Sonne direkt auf den Rücken brennt und der Wind komplett verschwunden ist. Wenn man ihn einmal brauchen könnte. Die Beine sind schwer, ich bin müde. Irgendwo da unten gibt es einige schattenspendende Bäume. Dort werde ich eine kleine Pause einlegen. Aber erst mal dort hinkommen. Knapp über sechs Kilometer zeigt die Uhr, als ich mir die halbe Wasserflasche über den Kopf schütte. 5 Minuten Pause und völlig fertig. Das haste nun davon. Jäger und Sammler. Tzzzz.

Da Ende ist schnell erzählt: langsam weiter und gleichzeitg beschlossen, dass es heute keine 17 Kilometer werden. Zum Glück laufe ich schon vier Jahre kreuz und quer hier durch die Gegend und kenne jede Abkürzung. Am Ende waren es mit Mühe 11,1 km und ich fix und fertig.

“Übermut tut selten gut” oder so ähnlich. Ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit mit dem deutlichen Hinweis, nicht mehr Kräfte zu verschwenden als unbedingt nötig. Bis zum Marathon ist noch lange und das Training wird noch anstrengend genug. Morgen ist Ruhetag und den werde ich genießen.

Samstag: Standardlauf.
10 km. Normales Tempo. 7:00 Uhr, Sonne, angenehme Temperaturen. Ein lockerer, entspannter Lauf. Nur wenig ermüdend. Schön.
Später dann eine Kanu-Tour, bzw. Kanufahren auf dem Altrhein. Mit einer ganzen Meute Jugendlicher. Unser Junior vorneweg. Da wollten wir “Alten Esel” natürlich auch nicht außen vor bleiben. Es ist ganz schön anstrengend, so ein Kanu (eigentlich Kanadier) auf Kurs zu halten. Ständig fährt man nach links oder rechts, aber selten wirklich geradeaus. Man sitzt festgeklemmt im Boot und kann viel mit der Verlagerung des Körpergewichts beeinflussen, bzw. mit einer falschen Verlagerung das Boot ganz schell außer Kurs bringen. Und auch hier gilt: Nur mit Kraft geht garnix. Wenn das Boot mal Fahrt aufgenommen hat, kann man es mit leichten, kraftsparenden Schlägen problemlos in der Vorwärtsbewegung halten. Aber es war gut, das mal probiert zu haben und am Ende der “Lehrstunde” kam ich sogar einigermaßen zurecht. In der Hoffnung, dass der Muskelkater nicht allzu schlimm ausfällt, hatte ich mich bei der zweiten Runde vornehm zurückgehalten und mit mit Musik und Buch im Schatten entspannt.
10,1 km in 60 Minuten. 

Sonntag, “long Run”
Langsam wird es ernst, es geht Richtung “30er”. 23 – 28 km stehen heute im Plan und wenn schon, dann gehen wir das richtig an. 28 also. Fast schon wieder eine “Südpfalz-Rundreise”. Es ist wechselnd bewölkt, um die 17 °C und die große Schwüle hat sich zum Glück noch nicht wieder eingestellt. Der Muskelkater vom Kanu-Fahren hält sich in Grenzen (kommt wohl erst noch) und es läuft sich gut. Bis km 20 problemlos und nach 24 km ist uns so wohl, dass sich an einer Steigung ein veritabler Sprint entwickelt. Sehr anstrengend, aber spaßig. Die restlichen Kilometer laufen wir einfach im Tempo weiter und das ergibt eine gehörige Endbeschleunigung. Am Ende war ich reichlich geschafft, aber irgendwo schlummern noch einige Körner, sonst wären die letzen Kilometer wesentlich schwerfälliger gewesen.
28,1 km, knapp unter 3 Stunden. 

Die Wochenbilanz: 65,2 km.

Am nächsten Sonntag stehen “nur” 20 km im Plan, dafür sollen am Donnerstag 14 – 17 km im ansprechenden (um nicht zu sagen “anstrengenden”) Tempo gelaufen werden. Also dann …

Endlich macht der Sommer eine Pause. Vielmehr: er machte, denn heute, pünktlich am Freitag, wird es schon langsam wieder wochenendschön. 

Es war kaum noch zu ertragen, diese Hitze. Ganz besonders schlimm im “Schlafgemach” unter dem Dach. Da regte sich kein Lüftchen – trotz allseitig offener Fenster. Aber wenn kein Zug da ist, kann auch keiner durchziehen.

Zwei Frühmorgens-Läufe schaffte ich. Am Dienstag, 5:38 Uhr auf die Piste. Das übliche, um diese Zeit unglaublich laute Vogelgezwitscher (oder kommt einem das nur so vor?). Als ob jeder dem anderen erzählen müsste, was er nachts geträumt hat (träumen Vögel eigentlich? Von dicken Würmern oder frechen Katzen?). Schon wieder – oder immer noch – fast zwanzig Grad. Trotzdem scheint die Luft ein wenig “gelüftet”. Es atmet sich bestens. Der Duft der frisch gemähten Felder ringsum lässt fast etwas Wehmut aufkommen. Schon wieder so spät im Jahr? Tatsächlich – es geht “abwärts”. Aber bloß keine negativen Gedanken, dazu ist der Moment viel zu schön. Ein “normaler”, ruhiger Trainingslauf im Wohlfühltempo. Insgesamt gut getroffen, aber komischerweise sehr abweichende Kilometer-Zeiten. Als ob ich zwischenzeitlich ab und zu beim Laufen kurz weggenickt wäre. Vielleicht hab’ ich auch vor mich hingeträumt. Weniger von dicken Würmern, aber von frechen Katzen, das könnte schon sein … .
13,5 km.

Für den Mittwoch waren eigentlich die ersten Gewitter angekündigt, die dann doch bis in der Nacht auf sich warten liesen. Am frühen Donnerstag war der Regen erst mal vorbei und es war nur geringfügig frischer als am Dienstag. 5:45 Uhr. Gääähn.
2 x 4000 m sollten gelaufen werden. Marathontempo üben. Um diese Uhrzeit. Wie immer ein schwerfälliger Beginn (Morgenmuffel halt). Sobald aber die ersten schnellen Meter absolviert sind, läuft es fast von selbst. Keine Probleme mit dem Tempo, wenngleich ich froh bin für den einen Kilometer Trabpause dazwischen. Auch die zweiten 4 km schön gleichmäßig und beschwerdefrei. Der letzte Kilometer der gefühlt schwerste, aber auch der schnellste. Widerspricht sich das? Keine Ahnung. Es wäre auch bei langsamerem Tempo der schwerste gewesen. Und die Beschleunigung war eher unbewusst.

Auf den letzten Schritten bekam ich noch einige Tropfen ab und kaum zuhause, begann es wieder zu regnen. Ein schöner, leichter, aber gleichmäßiger Regen und endlich kommt die ersehnte Abkühlung. Schon nach dem Frühstück war es deutlich frischer als beim Laufen und das hielt den ganzen gestrigen Tag an. Alle Fenster auf, das ganze Haus gelüftet und gestern Abend waren es endlich wieder schlaftaugliche Temperaturen. Welch eine Wonne!
Nochmal 13,5 km.

Jetzt wird es langsam wieder schön. Es müsen ja keine 30 – 35 °C werden. 25 würden doch völlig reichen …

Heute ist Ruhetag, das bedeutet, dies Woche bleibt es bei vier Lauftagen.

Trainingsalltag

Huch, schon wieder eine Woche vorbei.
Das Marathontraining kommt langsam in die Gänge und der Trainingsplan fühlt sich gut an. Abwechslungsreich und auch schon etwas fordernd. Aber so wollte ich das ja.

Der Montag war wieder  ”Ruhetag”. Aber so ganz ruhen konnte ich auch diesmal nicht und so gab es wieder einen seeeeeeehr langsamen regenerativen Lauf. 7,5 km, fast 50 Minuten. Langsam laufen macht müde! Der erste Lauf mit den neuen Nikes. Sitz, passt, wackelt und läuft sich gut.

Am Dienstag war es schon wieder sehr warm (kein Wunder, ist ja Sommer) und die geplanten 10 km haben wir etwas verkürzt, dafür auf der zweiten Hälfte ordentlich “Tempo” gemacht und viel Schweiß verdampft. 

Donnerstag. Tempo. 14 km “flotte Lotte”. Na denn. Morgens um 5 ist die Welt noch frisch und kühl. Fast ein wenig fröstelig. Beste Bedingungen also. Die ersten Kilometer noch etwas schwerfällig. Da kenne ich ja, aber dann läuft es sich fast von alleine. Das Tempo ist kein Thema – problemlos. 

Der lange Lauf dieser Woche. Wegen des sonntäglichen Volkslaufs auf den Samstag vorverlegt. Es sollte wieder sehr warm werden und durch das Vorverlegen der Startzeit auf sieben Uhr konnten wir der Hitze zumindest am Anfang entgehen. Der Beginn war gemütlich-bummelig. Fast ein wenig zu langsam. Aber wir hatten ja noch lange zu laufen. Eine für mich neue Strecke. Interessant und gut zu laufen. Dann der Wechsel auf bekannte Wege und nach 12 km verabschiedeten sich die ersten beiden Mitläuferinnen. Der Rest hatte noch einige Kilometer vor sich und langsam wurde es “hitzig”. Nach insgesamt 24 Kilometern war es dann genug. Genug gelaufen und genug geschwitzt.

Sonntag. Volkslauf. Weil wir nochmal am 1-Stunden-Staffelwettbewerb teilnehmen wollten, sollte vorher der 5-km-Lauf zum “warmlaufen” reichen. Natürlich war es wieder reichlich warm und wir waren nach der 5-km-Runde heilfroh, das gleiche nicht nochmal laufen zu müssen. Der Kurs ging vom Start weg heftig bergab, was ich garnicht mag. Ein kurzes Stück auf ebenem Gelände und dann nochmal bergab. Nach anderthalb Kilometern war dann die Talsohle erreicht und nach kurzer Erholung begann schon wieder der Anstieg. Sehr anstrengend und direkt wurden die Beine schwer. Nach zwei Kilometern bergauf dann noch eine lange Gerade. Heiß, schwer, nichts mehr zuzusetzen. Am Ende gabs mit 24:15 doch noch eine neue 5-km-Bestzeit und der 25. Platz unter 80 Startern. Aufgrund der Hitze und des Streckenprofiles doch noch ganz ok. Der Sieger war bereits nach knapp unter 18 Minuten im Ziel. 

Beim anschließenden 1-Stunden-Staffellauf schafften wir mit einer 5er Mannschaft gerade mal 13 Runden à 1 km. Nicht so prickelnd, aber diese Läufe gehören ohnehin eher zum “Spaßprogramm”. Die Siegermannschaft lief hier zu dritt und legte in dieser Stunde 19 km zurück. Phänomenal.

Insgesamt gabs diese Woche knapp 65 Kilometer und einen zufriedenen Läufer, der am heutigen Montag nun doch mal den planmäßigen Ruhetag als Ruhetag nutzte und nicht regenerativ langsam unterwegs war. Dafür gab es heute mittag einen Schwimmbad-Besuch. Auch mal schön …

Aufstehen! 6:00 Uhr! Uaaaaaahhhh – nur noch ein Viertelstündchen …

Müde bin ich noch, unausgeschlafen. Trotzdem muss ich raus. Am Sonntag. Wo man einmal ausschlafen könnte. Aber nein – laufen muss ich. Muss ich? Nein, ich muss nicht. Ich möchte. Das überzeugt mich in diesem Moment zwar nicht wirklich, aber tief in mir drinnen weiß ich, dass es so ist.

Also raus. Katzenwäsche. Frühstück. Langsam wach werden. Getränke richten. 2 x “angerührtes”, 1 x Wasser. Alles da? Forerunner. Handtuch. Trockenes T-Shirt für danach. Uaahhhhhhh … gähhhhhn …

Ein langer Lauf, sagt der Trainingsplan. Wir haben uns auf ca. 25 km geeinigt. Wegen der erwarteten Wärme auf 8 Uhr vorgezogen und doch schon reichlich spät, wie ich bei der Fahrt zum Treffpunkt feststellen musste. Es war schon warm. Knapp unter 25 Grad – das wird hart. Hoffentlich haben wir wenigstens einen kühlenden Wind (hatte ich jemals behauptet, den Wind nicht zu mögen? Ok – aber da war Winter!).

Erfreulich zahlreich machten wir uns auf die Strecke und schnell bedauerte ich, das vierte Fläschen mit Wasser doch nicht mitgenommen zu haben. Ab und zu ein kühler Guss über den Kopf tut gut.

Nach 13, 14 km hatten sich die ersten “kürzer”-Läufer verabschiedet und wenig später wurde es richtig übel. Kein Windhauch mehr, in den Feldern und Weinbergen stand die Hitze wie eine Wand und innerhalb von zwei, drei Kilometern wurden die Beine weich. Boaaaah – böse.

Nach einer kurzen Beratung entschlossen wir uns, den Rückweg direkt anzutreten und der wurde sehr beschwerlich. Viele Pausen und die letzten zweieinhalb Kilometer den Berg hoch legten wir im gemütlichen Wanderschritt zurück. 

Letztendlich waren es nicht ganz 20 km aber die haben wirklich gereicht. 
Diese Schwüle ist kaum erträglich. Dann doch lieber noch zwei Stunden früher los und bei solchen Temperaturen besser in den Wald ausweichen. Da gibts außerdem einen erfrischenden Brunnen, den man in die Runden einbauen kann. Der hat gestern gefehlt. Aber sowas fällt einem ja immer erst hinterher ein.

Gestern mittag gabs dann einen kurzen, aber heftigen Regenschauer mit richtig dicken Hagelkörnern. Aber angesichts dessen, was an Unwetter angekündigt war, war das garnix und kurz darauf war es wieder genauso schwül wie vorher. 

 

Gestern beim Doc …

Nun komme ich langsam tatsächlich in das Alter, in dem man(n) regelmäßig gewisse Dinge vom Onkel Doktor abchecken lassen sollte. Dazu wird überall und immer öfter geraten und oft auch gleich die nötige Begründung mitgeliefert. Der Hausarzt meines Vertrauens hatte mich bei letzten Besuch darauf hingewiesen. Und nicht nur das, er war clever genug, mich persönlich zur Sprechstundenhilfe weiterzureichen, die mir dann auch direkt einen Termin aufs Auge drückte. Kein Entkommen möglich. 

Gestern war es soweit. Etwas gespannt, was der Mensch denn nun mit mir anstellen würde, fand ich mich zur vereinbarten Zeit ein und musste auch nicht lange warten. Dann wurde zuerst gefragt und aufgeschrieben, angekreuzt und durchgestrichen und dann wurde geschaut, gehört, getastet, gedrückt, geklopft, bewegt, gemessen, gewogen und untersucht, dass ich garnicht wusste, wie mir geschah. Aber: so genau er auch hörte, schaute, tastete, klopfte und bewegte: Er fand nichts! Das hätte ich ihm auch sagen können, aber ok – er hat schließlich studiert und lange dafür gelernt, dass er das machen darf. Und wenn er sagt, dass ich nix habe, dann ist das amtlich. Dann gilt das. Sozusagen.

Aber im Ernst: das Ganze hat mich einschließlich An- und Anfahrt, Wartezeit und Untersuchung gerade mal knapp mehr als eine Stunde gekostet. OK – es musste ein Termin gefunden und sogar das Lauftraining verschoben werden. “O Gott – das geht ja nun garnicht …”. Doch, das geht. Wenn man bedenkt, wieviel diese Stunde das Leben verlängern könnte (im Falle des rechtzeitigen Erkennens einer Krankheit), sollte das wirklich jedermann (oder jedem Mann?) ans Herz gelegt werden. Die Frauen sind ja zugänglicher für sowas, aber richtige Männer sind halt nicht krank! Oder so …

Immerhin weiß ich jetzt auch, dass ich den nächsten Marathon unbedenklich angehen kann. Amtlich genehmigt sozusagen. Also – frisch ans Werk und heute morgen (hurra, ich hab’ frei) gleich mal eine sehr schöne Runde gelaufen. Knapp 11 km im vorgesehenen Trainingstempo. Locker, leicht und easy. 

Und als Belohnung, dass ich so brav war, gabs auch noch ein Paar neue Schühchen. Nach langer Zeit fiel die Wahl mal wieder auf Nike. Air Structure Triax 10+. Da bin ich mal gespannt, wie die sich laufen …

Auf gehts …

 

Ältere Posts »