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Mal wieder Zeit …

Schon wieder zwei Wochen vorbei. Und schon werden die Tage wieder kürzer, in den Geschäften wird die Sommerkleidung verramscht, die Felder werden gemäht, dabei hat der Sommer gerade erst angefangen.

Wie läufts?
Es läuft gut. Wieder normal sozusagen. Die zwei Wochen mit den beiden Halbmarathons und dem abschliessenden 10er in großer Hitze und unerwartet profiliertem Gelände (ja – ich konnte es NICHT beim 5er belassen) waren heftig und beim montäglichen längeren Lauf war nach 15 km das Ende der Fahnenstange erreicht. Es war wieder warm und ich hatte nach 15 km schon eine solche Menge getrunken, die mir sonst locker für die doppelte Strecke reicht. Unter Beachtung einiger anderer Symptome haben wir (meine Beine und ich) uns dann darauf geeinigt, dass der Rest der Woche sehr regenerativ und erholsam sein wird. Das wurde es auch und das war gut so …

Am Wochenende folgten knapp 28 km, da lief es sich schon wieder ganz wunderbar. Inzwischen geht es weiter im Plan, 4 bis 5 Läufe pro Woche, einmal ganz lang, einmal ganz kurz und langsam, zwei “normale” und einmal Tempo – mal als schneller, mittellanger Lauf oder 2000er-, 3000er- oder 4000er-Intervalle (oder sind das Wiederholungsläufe?).

Am Sonntag gehen wir ein letztes Mal “Volkslaufen”. Ein kurzer 5er (diesmal wirklich “nur” 5 km) und danach eine 1-Stunden-Staffel. Nicht so ganz ernst genommen, “just for fun”.  Daher werde ich den “langen” wohl schon am Samstag angehen. Knapp über 30 km sollten es werden. Möglichst früh – wegen der Hitze. Mal sehen, ob ich das schaffe …

Lieblingsstrecken

Huch, 10 Tage nix geschrieben. Na ja – so immer hab’ ich halt auch nicht Lust …

Auf den Halbmarathon am Pfingstmontag folgte ein schöner, kurzer, (halbwegs) langsamer Regenerationslauf. Zwei Tage später standen knapp 15 km im Plan. Trotz vieler Höhenmeter im unerwartet flotten Tempo. Samstags ein Standard-10er und für den Sonntag hatten wir wieder ein “Special” im Sinn: 25 km Richtung Rhein mit Ziel in Germersheim. Dort haben wir von Zeit zu Zeit eine Anlaufstelle, wo wir nach dem Lauf eine warme Dusche vorfinden und – das allerbeste – für wenig Geld fürstlich bekocht werden. Den Rücktransport übernimmt die “Bodenmannschaft”, die pünktlich bei Ankunft mit Duschsachen und Wechselkleidung bereit steht. Schön war’s, gut war’s und wird sicher wiederholt.
Ein Teil der Gruppe wird im September den Münster-Marathon mitlaufen. Dort gibt es bereits jetzt für läppische 10 Euro hochwertige Promo-Funktions-Shirts zu kaufen (gute Werbung ist der halbe Erfolg). Auch wenn der Schrank schon überquillt – so ein Angebot kann man sich doch nicht entgehen lassen. Dann kam jemand auf die “glorreiche” Idee, die Shirts (die wirklich gut sind) beim langen Lauf zu testen und das Ergebnis findet sich hier (ein kleines Stückchen nach unten scrollen). Nun steht unserem weltweiten Bekanntwerden wohl nichts mehr im Wege.

Am Dienstag wieder eine flotte 12er-Runde und am gestrigen Mittwoch war schon wieder Halbmarathon-Zeit. “Gäulauf“, dort wo ich letztes Jahr unerwartet Bestzeit lief. Aufgrund der vielen – relativ flotten – Kilometern in den Beinen war ich skeptisch, ob der Start überhaupt vernünftig ist. Aber natürlich wurde gestartet. Man(n) kann ja langsam machen. Zu diesem Zwecke wollten wir (2 Männer) wieder mit einer Kollegin mitlaufen und so das Tempo moderat halten. Nach 5 km gemeinsamen, gezügelten Laufes war es der Mitläuferin doch noch zu schnell und sie wollte alleine und sehr gemütlich zuende laufen. Meine Beine signalisierten überraschenderweise nur eines: LAUF! Aufgrund des Zurückfallens der Kollegin hatte dieses Mal ICH einen schnelleren Begleiter und Schrittmacher und er merkte schnell, dass sich das Thema “moderat” gerade verabschiedet hatte. Schnellere Begleitung mag ich üblicherweise gar nicht, weil ich mich leicht zu einem zu hohen Tempo verleiten lasse. Gestern aber war es ok. Er gab die km-Zeiten durch, warnte, wenn es zu schnell wurde, reichte Wasser und feuerte an (das ist der Punkt, den ich nicht mag. Mitlaufen und die Klappe halten – mehr nicht. Sorry, Wolfgang ;-) ). Und es lief. Immer besser, immer schneller. Wie letztes Jahr. Keine Probleme, frische Beine, perfektes Wetter und etliche Halbmarathonis, die zu schnell begonnen hatten. Leichte Opfer für mich und Ansporn zugleich. Ab km 15 wurde es – wie erwartet – mühsamer und der km-Schnitt 10 Sekunden langsamer. Der letzte km wieder geringfügig schneller und so reichte es knapp unter die 1:50 Std.-Marke. Wäre ich gleich zu Beginn auf “Angriff” gelaufen, hätten ich noch eine, zwei Minuten herauslaufen können. Aber vielleicht wäre ich auch gnadenlos eingebrochen? Egal. Viereinhalb Minuten schneller als vor 10 Tagen. Scheint mir zu liegen, diese Strecke. Nächstes Jahr wieder …

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Am Samstag steht noch ein Volkslauf auf dem Programm. Ich kenne die Strecke nicht und überlege noch, ob ich den 10er laufe oder es bei 5 km belasse. Danach wird das “Tempotraining” wieder auf ein normales Maß reduziert. Nicht dass die langen, langsamen Läufe zu kurz kommen.

Im Garten tat sich auch etwas: Unsere Teichrose – oder Seerose? Na ja, die Pflanze in unserem Teich gab sich nach zwei Jahren mal wieder die Ehre, uns zu erscheinen. Schön.

Von unseren Hausvorbesitzer “erbten” wir zwei Palmen. Nichts Spektakuläres (sonst hätten wir sie wohl auch nicht bekommen), eher unfreundlich, spitz-stachelig und unnahbar stehen sie im Sommer in der Sonne, im Winter unter einem schützenden Dach. Nun tat sich was bei der einen Palme und das Ergebnis sieht man hier:

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So weit, so gut …

So weit: 21,095 km
So gut: 1:54:34.

Alles im Rahmen des Erwarteten. Ein überraschend schneller Beginn (nein – diesmal nicht ZU schnell) mussten wir im weiteren Verlauf das Tempo ein wenig reduzieren. Es war wieder recht warm, was aber durch den Wald gut abgeschirmt wurde.

Die Mitläuferin war wohl mit meiner “Begleit- und Zug-Arbeit” zufrieden und froh, sogar unter 1:55 gelaufen zu sein. Lag doch das Ziel ursprünglich bei “unter 2 Std.”. Da kann man nicht meckern. Das haben wir gut gemacht. Ehrlich gesagt, wäre auch bei mir nicht mehr viel Luft für “mehr” gewesen. Vielleicht ein Minütchen, maximal zwei. Aber das verraten wir jetzt mal niemandem.

Die schrecklich ungesunde Bratwurst hinterher hat übrigens auch geschmeckt.Auf den schrecklich leckeren Kuchen habe ich allerdings – schweren Herzens – verzichtet. Hätte ja auch nicht wirklich gepasst. Bratwurst mit Kuchen – och nöööö.

;-)

Lazy Sunday …

Gähhhhhhhhn – hach, Sonntag.
Nein halt – nicht nur Sonntag. Pfingstsonntag!
Aha. Und was bedeutet das? Für mich nicht mehr als einen lauffreien Tag. Mit allen Vor- und Nachteilen, die da wären:

Vorteil: Man kann so lange schlafen wie man möchte.
Nachteil: Man kann so lange schlafen wie man möchte.

Da ich bei solchen (seltenen) Gelegenheiten auch mal den inneren Schweinehund galoppieren lasse, kommt es durchaus vor dass ich länger in den Federn rumlümmele als es nötig wäre. Das Resultat davon ist, dass ich mich wieder müde schlafe. Ja – ist so. Träge, unausgeschlafen(!), schlurfend, langsam – so beginnt der Tag. Bloß keine Hektik – hoffentlich spricht mich niemand an … SPRICH  MICH BLOSS KEINER AN! Mit dem Frühstück werde ich langsam wach, aber danach könnte ich mich ein wenig hinlegen …

Kein Lauf heute, denn morgen ist Halbmarathon. Außerdem hat diese Woche wieder der Ernst des Lauftrainings begonnen. Naja – nicht sooooo ernst, aber ernsthafter als die bisherige Lauferei seit dem Winter. Auf jeden Fall mit einem deutlich erhöhten Grundtempo und knackigen Tempoeinheiten. Daran muss man sich nach dem Herumgeschlurfe der letzten Monate erst mal gewöhnen. Außerdem habe ich gestern drei Stunden Holzzaun gestrichen. Anstrengend sowas! Entsprechend haben die Beine heute so gar keine Lust, etwas zu tun. Wir belassen es auch mit einem kleinen Spaziergang zum Fest im Nachbardorf. Viel los dort, die Höfe voll, Schlangen überall an den Essen- und Getränkeausgaben. Wer redet da von Krise? Wir gönnen uns ein leckeres Eis aus der Hand und schlendern nach Hause (wo der Erdbeerkuchen wartet).

Südpfalzlauf in Rülzheim: “Back to the roots”. An Pfingstmontag vor vier Jahren lief ich dort meinen ersten Halbmarathon. Im direkten Durchmarsch von “0 auf 42″. Anfang März der erste 10er, und am 16. Mai den “halben”. Im Rückblick ein kleines Wunder, dass Knochen, Muskeln, Sehnen usw. das alles so klaglos überstanden haben. 2:06 Stunden benötigte ich damals. Immerhin schon ein km-Schnitt unter 6 Minuten (wenn auch knapp).

Und morgen? Hmmm – mal sehen, was geht. Ich werde wohl eine Kollegin unterstützend begleiten, die nach längeren Laufpausen mal wieder unter zwei Stunden laufen möchte. Ob das allerdings 1:59 oder 1:50 werden, hängt von unser beider Tagesform ab (vielleicht läuft sie mir ja auch einfach davon?). Zumal nächste Woche am Mittwoch (10. Juni) beim “Gäulauf” der nächste Halbmarathon ansteht. Dort war ich letztes Jahr überraschend und unverhofft Bestzeit gelaufen. Eine flache, schnelle Strecke, wenn nicht gerade die Sonne vom Himmel brutzelt. Diese Strecke geht nämlich – im Gegensatz zum morgigen Waldlauf – in großen Teilen durch unbeschattete Felder und Wiesen. Letztes Jahr war relativ kühl, bewölkt und allerbestes Laufwetter.

Ich habe allerdings keinerlei Druck auf evtl. Bestzeiten. Zumal ich bisher wirklich wenig fürs Tempo getan habe. Wenns läuft – ok, wenn nicht – auch ok. Die Fete hinterher werden wir auf jeden Fall geniessen und am folgenden Tag ist ja dann der vorerst letzte Feiertag.
Da wird aber nicht so lange im Bett rumgelegen!

… gibts halt keine Medaille!

Tja – es war:
• heiß
• heiß
und
• heiß.

Der Reihe nach:
Traditionell mitten in der Nacht früh gestartet, fanden wir einen Parkplatz direkt am Stadion, in dem sich Ziel, Läuferversorgung und auch Bereiche für die Besucher befanden. Die Abholung der Startnummer war problemlos und schnell erledigt. Gleich daneben gab es das Laufshirt (im Preis enthalten), ein Paar Laufsocken (nicht angekündigt, aber trotzdem im Preis enthalten) und eine Flasche Trollinger (ebenfalls im Preis enthalten). Das begann ja schonmal nicht schlecht.

Heute früh um fünf waren es schon (noch?) deutlich über 10 °C und bis zum Marathonstart ging es sicher schon Richtung 20 °C. Die ersten 10 km waren problemlos, die ersten Steigungen (mit dem höchsten Punkt der Strecke) einigermaßen problemlos geschafft. Die Probleme begannen dann so ab km 19. Die Beine schwer, der Atem heftig und der ganze Körper begann sich gegen die Anstrengung zu wehren. Bei km 25 dachte ich zum ersten Mal ans aufgeben, kämpfte mich dann weiter – durch größtenteils schattenlose Weinberge – bis km 30. Leider versäumte ich, dort tatsächlich auszusteigen und die folgenden 2,5 km waren richtig übel.

Ich schleppte mich über die Strecke, kämpfte mit Kreislaufproblemen und Übelkeit, konnte nichts mehr zu mir nehmen und bei der Wasserstelle bei km 32,5 setzte ich mich auf eine Bank in den Schatten. Dort entdeckte mich eine Sanitäterin und bot mir Hilfe an. Ich folgte ins Sanitätszelt und: Da lagen schon zwei auf den Pritschen. Hinlegen musste ich mich nicht, mir ging es relativ schnell wieder besser, aber das war der Zeitpunkt, den Lauf zu beenden. Auf den nächsten zwei Kilometern wäre ich aus den Laufschuhen gekippt.

Der Abholdienst war bereits verständigt und so kam ich sitzenderweise zurück ins Stadion, wo ich die Rest-Mannschaft zum Glück erschöpft, aber gesund und munter antraf. Unterwegs vorbei an vielen “Leichen”, die sich mühsam Richtung Ziel schleppten (und dabei noch die eine oder andere Steigung vor sich hatten).

Die Sanitäter hatten Großkampftag, die Signale der Krankenwagen begleiteten die komplette zweite Hälfte des Laufes und es ist zu befürchten, dass die Läufer reihenweise umfielen.

Kein Wetter für einen schweren Lauf durch schattenlose Weinberge. Aber: mein Frust hält sich in Grenzen denn ich denke, dass das die richtige – und einzig mögliche – Entscheidung war. Die fehlende Finishermedaille kann ich verschmerzen. Dafür kann ich morgen schon wieder ein wenig die Beine ausschüttelnlaufen.

Fazit zum Lauf selbst:
9,5 von 10 Punkten. Die Organisation war nahezu perfekt. Von der Anmeldung über das Geschenen vor dem Lauf bis zum perfekt organisierten Abholservice für die “Gestrandeten”. Im Zielbereich großzügige Verpflegung mit allem, was das Läuferherz begehrt. Duschen für die heißen Füße (genial), kostenloser Massageservice (der natürlich völlig überlaufen war) und bis zum Ende saubere(!) Toiletten. Durchgehend und überall nette, freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter. Viele Feste und Stimmungsnester in den Dörfern an der Strecke, aber auch einsame Passagen durch die Weinberge. Als einziger Mangel wäre anzufügen, dass man wohl von der heftigen Hitze überrascht wurde und – gerade die letzten Läufer – an einigen Verpflegungsstellen kein Wasser mehr abbekamen. Gerade das wäre aber heute wichtig gewesen.

Der Trollinger Marathon in Heilbronn ist anspruchsvoll, aber schön und laufenswert. Wenn es nicht gerade soooooooo heiß ist. Aber wie mir eine Sanitäterin sagte: “Beim Trollinger isch’s immer heiß”.

Alles bestens – es kann losgehen.

Einen richtig faulen Tag habe ich mir gegönnt. Ausruhen, Füße hoch. Lesen. Musik hören. Nicht mal das wuchernde Unkraut im Garten konnte mich locken. Nein – heute nicht.

Lange geschlafen, knappe sechs Kilometer gemütlich getrabt. 3 kurze Steigerungen. Wunderbar für die Beine. Endlich fühlen sie sich so an, wie ich mir das vorstelle. Hoffentlich ist das morgen früh auch noch so.

Nachdem ich mir diese Woche nochmal das Höhenprofil des Laufes zu Gemüte führte und die Wetteraussichten sich immer mehr in Richtung “warm und sonnig” bewegten, ist die Taktik klar: Die erste Hälfte sehr langsam und vorsichtig. Und dann sehen wir weiter …

Streckenprofil Trollinger Marathon

Streckenprofil Trollinger Marathon

Jetzt nochmal die Tasche kontrollieren, ein gemütlicher Fernsehabend und früh in die Federn. Um 4 Uhr klingelt der Wecker …

Tapering ist doof!

Möchte ich nur mal anmerken. Die Füße scharren, ich möchte laufen, laufen, laufen. 

Letzte Woche schon die Kilometer um ein Drittel reduziert. Den längeren Lauf am Samstag absolviert – und den “kurzen” am Sonntag hab’ ich mir gespart. Weil wir nämlich die 22 km am Samstag nicht ganz bis zum Schluss schön langsam gelaufen sind. Die letzten Kilometer waren viel zu etwas schnell – das war einfach nötig –  und am Sonntag war ich müde. Macht ja nix. Dafür hab’ ich theoretisches Training absolviert. Vor dem Fernseher beim Mainzer Marathon. 

Gestern wollte ich dafür laufen, aber nein – HEUTE stehen ja nochmal ein paar schnellere Kilometer auf dem Plan. Wird das dann nicht zuviel? Also vernünftig geblieben und am Montag die Füße hochgelegt. War schwer. Heute aber! Trotz Dauerregen. Ist ja nicht wirklich kalt. 

Die letzten beiden Wochen vor dem Marathon tu’ ich mir wirklich schwer. Immer der Konflikt zwischen “war das auch genug?” und “bloß nicht mehr zuviel machen”. Natürlich ist die Sache trainingstechnisch “gelaufen”. Was ich jetzt nicht in den Beinen habe, kommt auch nicht mehr. Wenig laufen, die Beine beweglich halten, dehnen, strecken und ausruhen. Trotzdem – die nötige Gelassenheit fehlt hier dann doch (noch). 

Wettertechnisch ist für Sonntag noch alles drin. Die Wetterfrösche schwanken bei ca. 18/20 °C noch zwischen Sonne und dicken Wolken und irgendwas zwischendrin. Hoffentlich wirds nicht zu früh sonnig. Für den Zieleinlauf und danach wärs ganz angenehm, aber vorher bitte nicht. Strömender Regen muss aber auch nicht sein …

Ach – diese Ungeduld. Es kann losgehen …

Routiniert

“Routiniert” – ja genauso habe ich die knapp 32 km am Samstag abgelaufen. Sicher, ohne Zweifel und (fast) selbstverständlich. Der erste Kilometer in 6:38, die letzten drei unter 6:00 min/km. Nicht, dass ich nicht müde gewesen wäre, die Füße haben gebrannt, es war warm. Aber es waren noch Reserven vorhanden. Und dass ich am Sonntag vormittag gleich nochmal 10 km mit viel Spaß draufsetzen konnte (was so nicht geplant war) zeigt, dass die Beine “gut” sein sollten. Die Sonntagnachmittägliche 8-km-Waldwanderung soll auch nicht unerwähnt bleiben, wenngleich ich dabei fleißig Kalorien und Kohlehydrate nachgefüllt habe. So war ich an zwei Tagen knapp 50 km auf den Beinen und den heutigen Ruhetag werde ich (und meine Beine) wirklich geniesen.

Im letzten Jahr habe ich mal gesagt, ich möchte irgendwann in der Lage sein, die 30 km genauso selbstverständlich laufen zu können wie zur (damaligen) Zeit die 20. Ohne große Gedanken an die Streckenlänge oder die lange Laufzeit. Im Moment fühle ich mich auf einem guten Weg dorthin. 

“Routiniert” ist aber auch immer zweischneidig. In zwei Wochen ist Marathon. “Marathon? Ach – schon …?” Keine Aufregung, kein Flattern, keine Gedanken daran, kein Bangen “wie wird wohl das Wetter” usw. Und so stelle ich mir die Frage: “Wirklich Routine oder selbstüberschätzender Leichtsinn?” . 

Trainingstechnisch sollte ich zufrieden sein. Die langen Läufe waren fast alle gut gelaufen (im wahrsten Sinne) und eine Verbesserung von Kondition und Sicherheit war mit jedem Lauf spürbar. Da ich diesen Marathon ohne große Zeitambitionen laufen möchte, sollte ich keine unüberwindbaren Probleme erwarten. Wie die Tagesform dann aussieht, wie sich das Wetter gestaltet … wer weiß das schon.

Wie auch immer – allzu viele Gedanken werde ich wohl nicht mehr daran verschwenden. Da lauf’ ich halt statt 32 einfach mal 42 km – na und?

 ;-)

Heidelberg, Du Schöne

Romantik, Verklärtheit, Schloss, Altstadt, Studenten, Touristen …

Was fällt einem nicht alles ein zum Thema Heidelberg. Zumindest, wenn man in relativer Nähe dazu wohnt (knappe 50 km Luftlinie). Dazu kommt, dass die Heidelberger eindeutig Pfälzer sind. Man fühlt sich zuhause dort, ist doch zwischen all’ den fremden Sprachen immer wieder der (kur)pfälzische Tonfall der Eingeborenen herauszuhören.

Der SAS-Halbmarathon sollte es also sein. Die Neugierde wurde geweckt schon aufgrund der Tatsache, dass der Lauf mit den 3500 Startplätzen regelmäßig nach wenigen Stunden ausgebucht ist. Da muss es doch irgendwas geben, was die Sache so begehrenswert macht …

Um den Laufsonntag etwas entspannter angehen zu können, machten wir uns am Samstag zu zweit auf, um die Startunterlagen unserer Läufer abzuholen. Wobei sich “Startunterlagen” auf einen dünnen Umschlag beschränkte, der außer der Startnummer zwei Werbezettel und einen kleinen Stadtplan enthielt. Auf die anderenorts üblichen umfangreichen “Startpakete” hatte man hier verzichtet. Man kann darüber streiten, ob man die Startnummer mit allerlei Proben, Mustern und Werbung zusammen überreichen muss … in Heidelberg muss man das nicht. 

Die Abholung der Unterlagen wurde gleich zum Geduldspiel. In einem viel zu kleinem Raum bildeten sich lange Schlangen. Es war heiß, stickig und voll. Die Besichtigung des eigentlichen Zielbereiches weckte einige Zweifel, ob dieses Plätzchen am Sonntag tatsächlich 3500 Läufer plus dem Begleitpersonal und dem sonstigen Publikum würde aufnehmen können. Die Marathonmesse bot die üblichen Schnäppchen, die ich mir aufgrund der ohnehin schon vorhandenen Enge im Kleiderschrank guten Gewissens sparen konnte. Die angebotenen Shirts speziell zum Lauf  (21,– Euro extra) waren nicht wirklich schön und die aufgedruckten Sponsoren hinterliesen den Eindruck, dass man hier ein hübsches Zusatzgeschäfft machte.

Am Sonntag waren wir zu recht früh, aber es gab immerhin schon Kaffee. Zuerst im Zelt, später suchten wir dann die Sonne, die sich zu diesem Zeitpunkt noch etwas zierte. Kurze Zeit später füllte sich dann der Platz zusehends und es wurde überall etwas eng. Wohin man auch wollte, es musste geschlüpft, gedrängelt und gedrückt werden. Mag’ ich garnicht. Die Startboxen waren tatsächlich solche und es wurde kontrolliert, dass sich kein “langsamer” nach vorne drängelte. Das kannte ich so noch nicht. Die ganze Startprozedur fand ich vorbildlich organisiert und der Start der einzelnen Blöcke im 5-Minuten-Abstand war reibungslos und pünktlich.

Die ersten zweieinhalb Kilometer lief man durch die Altstadt und nach der alten Neckarbrücke wurde die Straße breit und das Feld hatte sich soweit entzerrt, dass ein komfortables Laufen möglich war. Eine Runde durch Neuenheim und nach 7 km ging es dann über den Philosophenweg nach oben. Wobei man schon nach wenigen Meter darüber philosophieren konnte “Was mach’ ich hier eigentlich …”, denn inzwischen machte sich die Sonne deutlich bemerkbar und es wurde schon etwas mühsam. Wechselnde Steigungsgrade, auch mal ein Stückchen geradeaus oder sogar ein wenig abwärts, insgesamt aber immer nach oben, bis nach 10,5 km der höchste Punkt erreicht war. Die Strecke hatte inzwischen den schattigen Wald erreicht, was das Laufen spürbar erleichterte. Auf den nächsten Kilometer ging es wieder abwärts bis bei km 12,5 eine weitere, im Höhenprofil kaum auffallende Steigung begann. Steil, steiler und wieder voll in der Sonne. Nur ein relativ kurzes Stück, aber absolut kraftraubend. Zur Belohnung oben eine Bergankunft à la Tour de France im Zuschauerspalier und eine Getränkestelle. Danach steil bergab nach Ziegelhausen, eine Schleife und wieder über den Neckar. Hier ging es ab km 16 wieder nach oben Richtung Schloss. Gleich zu Beginn wieder steil bergauf und an diesem Punkt war mein Lauf eigentlich zu Ende. 

Bis dahin lag ich klar auf Kurs unter 2 Stunden, was ich mir als (heimliches) Ziel gewünscht hatte. Zwar kosteten die Bergauf-Passagen reichlich Zeit, was jedoch durch die schnellen Bergab-Stücke kompensiert werden konnte. Aber nun war es einfach vorbei. Es ging kaum noch vorwärts. Keine Kraft mehr, die Muskeln dicht, der Kopf heiß, obwohl ich bereits einige Wasserbecher nicht in, sondern über mich geschüttet hatte … 

Ich ergab mich in mein Schicksal, machte langsam (zwangsläufig) und ausgiebig von den Getränkestellen Gebrauch. Oben am Schloss, ab km 19 ging es dann endgültig nach unten. Teilweise steil und mit müden Beinen schwer zu laufen. Das brachte noch zwei recht schnelle Kilometer, aber die verlorene Zeit war nicht mehr aufzuholen. Mit 2:07 blieb ich ein ganzes Stück hinter meinen Erwartungen zurück. Woran das nun lag? Marathontraining, viele Kilometer in den Beinen, Hitze, Stress … eigentlich ist es nicht wichtig. Ich bin auch nicht wirklich böse mit mir. Es war ein Trainingslauf mit vielen Bergauf-Metern und als solches war es ok.

Im Zielbereich wartete das befürchtete Chaos. Man musste sich regelrecht zu den Getränken durchkämpfen, das ganze wieder zurück und auf Umwegen endlich zum Treffpunkt mit den anderen.

Fazit: Der SAS-Halbmarathon in Heidelberg ist ein Lauf, den man durchaus einmal mitmachen sollte. Die Strecke ist schwer, aber wunderschön und der Lauf an sich gut organisiert. Die Getränke waren genau an den richtigen Stellen plaziert und die Zuschauer sind zahlreich, aktiv und engagiert dabei. Das Chaos auf dem zu engen Ziel-Platz ist weniger schön, aber inmitten der Heidelberger Altstadt wohl nur schwerlich besser zu lösen. Die Preisgestaltung allerdings finde ich bemerkenswert. 21 Euro für den Lauf, weitere 21 Euro für ein Laufshirt (das man natürlich nicht braucht). Wenn dann aber der Veranstalter es als verkündenswert ansieht, dass es – neben Getränken – im Ziel auch eine Banane für die Läufer gibt, finde ich das – bei diesem Preis – geradezu lächerlich. Da gibt es Läufe, die für wesentlich weniger Geld Verpflegung “satt” auftischen. Dass wir am Ende im Parkhaus 9 Euro für die paar Stunden löhnen mussten, passt ins Bild. Da hätte man den Läufern durchaus ein wenig entgegenkommen können, aber da greift wohl der “Heidelberg-Zuschlag …” 

Der Sieger schaffte die schwere Strecke in 1:15 und innerhalb des Zeitlimits von drei Stunden blieben knapp über 3500 Läufer, also scheinbar fast alle. Auch das bemerkenswert.

Rheintour, die zweite

Nochmal zum Rhein?
Na klar – aber diesmal “annerschrum” (in umgekehrter Richtung). Man möchte ja mal was anderes sehen. Außerdem kommt auf diesem Wege die Abkürzung vom letzten Mal geich zu Beginn und wird selbstverständlich nicht abgekürzt. Schlaue Taktik.

In etwas anderer Besetzung – zwei unserer Damen begleiteten uns – ging es um 7:30 Uhr auf die Piste. Das Wetter war – anders. Und das ist noch milde ausgedrückt. Ein Temperatursturz um gefühlte 20 °C innerhalb der letzten beiden Tage machte die Frage “Jacke – ja oder nein?” überflüssig. Die Frage war nur: “Welche Jacke?”. Kurze Tight – das geht, aber obenrum muss es warm sein. Außerdem regnete es. Zum Glück nur einmal: vom Beginn bis zum Schluss. Das sorgte für klare Verhältnisse. Bei einer Laufzeit von ca. dreieinhalb Stunden würde keine Faser trocken bleiben. Also war es eigentlich egal, welche Jacke man wählte – solange keine High-Tech-Superjacke zur Verfügung steht, würde es sehr nass werden. Und sowas gibt es in meinem Kleiderschrank definitiv nicht.

Beim Start war es ein leises Nieseln, welches uns die erste Hälfte des Weges begleitete. Leider wurde daraus dann ein ausgewachsener Regen und die letzten 10 km wurde es unangenehm. Aber wir hielten durch – was sollte uns auch übrig bleiben? Am Ende waren wir richtig ausgekühlt – sehr unangenehm. Mühsam die klatschnasse Kleidung abgestreift, trockene Sachen an und im Auto die Heizung auf volle Leistung. Und aus den Schuhen tropfte das Wasser …

Fazit: 34,61 km der besonderen Art. Solche Läufe lassen uns nicht vergessen, dass man nicht nur bei schönem Wetter laufen kann. Kurz vor Schluss bekundete uns ein Passant seine Hochachtung “Hut ab, Hut ab …”. Der Meinung bin ich auch.

Die langen Läufe zeigen Wirkung. Heute war – trotz der Umstände – der beste und lockerste der Ü-30-Läufe. Ich hoffe, dass ich nach dem Marathon dieses Niveau halten kann.

Diese Woche konnte ich endlich etwas fürs Tempo tun. Am Mittwoch – in großer Hitze – 4 schnelle 1000er und am Donnerstag einen 11-km-Tempolauf hinterher. Der Mittwoch war anstrengend, der Donnerstag ok.

Die Wochenbilanz zeigt bis heute ganz erstaunliche 90 km, was natürlich damit zusammenhängt, dass der Sonntagslauf von letzter Woche erst am Montag stattfand. Trotzdem erstaunlich, dass ich das Programm mit den beiden 34er und den zwei Tempo-Einheiten innerhalb sechs Tagen so gut verkraftet habe (zumindest bis heute abend). Mal sehen, was die Knochen morgen früh sagen …

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