Tja – nun. Wieder was gelernt.
Ein Wettkampf zwei Wochen nach dem Marathon ist nicht unbedingt bestzeitentauglich.
Allahopp, kurz und schmerzlos:
das Experiment „wieviel Schwung ist noch vom Marathon übrig“, hat mir gezeigt, dass MEIN Schwung für einen schnellen 21er nicht reicht. Eine gute 10-km-Zeit wäre auf jeden Fall drin gewesen, aber irgendwo zwischen km 12 und 15 war plötzlich so gar kein Schwung mehr, sondern nur noch Erschöpfung. Die Beine wurden so rapide müde, wie ich das noch selten erlebt hatte. Nachdem dann klar war, dass das nix gescheites wird, bin ich die letzten Kilometer „gemütlich“ Richtung Ziel getrabt. OK – abhaken, man(n) ist ja lernfähig.
Die Strecke war öde und langweilig. Zwei Wendepunkte, immer auf dem Weg hinter dem Rheindamm, die einzige Abwechslung ein paar Kurven und ganz selten mal ein Blick auf den Rhein. Wenn ich bedenke, dass auf dieser Strecke bis vor kurzem auch Marathon gelaufen wurde … das wollte ich nun ganz sicher nicht haben.
Dazu kam, dass 10-km-Pfalz-Bezirks- und was-weiss-ich-Meisterschaften waren und am Ende gerade mal 108 „Halbe“ ins Ziel kamen, im Gegensatz zu über fünfhundert 10-km-Läufern. Nachdem die 10-km-Kandidaten nach fünf Kilometern den Rückweg antraten, war ich plötzlich völlig alleine unterwegs und erst nach der nächsten Kurve sah ich wieder einige Mitläufer. Die Verpflegung beschränkte sich auf Wasser, Tee und Apfel, im Ziel gabs dann nur (warmen) Tee und Apfelstücke – nicht unbedingt der Hit. Vielleicht wollte man, dass die Läufer sich drinnen auf Bratwurst und Kuchen stürzen. Vielleicht stelle ich aber auch zu hohe Ansprüche an so einen Lauf?
Fazit: Vielleicht hätte ich nach dem Marathon nochmal gezielt auf den HM hinarbeiten sollen. Vielleicht hätte ein Riegel oder ein Gel unterwegs geholfen. Aber das brauchte ich beim HM noch nie. Vielleicht war aber auch eine gewisse Selbstüberschätzung im Spiel nach dem Motto: „ich bin Marathon gelaufen, was soll da bei der Hälfte passieren“? Vielleicht hätte ich mich vorher mehr ausruhen sollen? Vielleicht …
Wie auch immer: Experiment misslungen, abhaken. Jetzt werde ich nochmal eine geruhsame Woche einlegen.
Halt, stopp: ein positives Erlebnis gibt es doch: Das Wasser in den Duschen war (noch) warm!!! Tja – auchdas gibt es.
Forerunner-Zeit 1:57:21. Fünf Minuten weniger hätte ich mir schon gewünscht.
Komisch, wundert mich eigentlich, dass Du zwischen 12 und 15 km keine Kraft mehr hin den Beinen hattest. Erfahrungsgemäß läuft so ein “ Kurzer “ meist recht gut nach einem “ Langen „, der kommt einem dann noch kürzer vor, weil man ja vorher einen Langen gelaufen ist, alles klar ?
Mach Dir nix draus, die Strecke in Maximiliansau bin ich auch schon gelaufen, nichts, was einem so vom Hocker hauen würde, gell ?
Wie gesagt, mach Dir nix draus, das nächste Mal wird alles besser, manchmal geht es einfach nicht so wie man möchte, dafür wir es dann wieder umso besser – und ob Du jetzt fünf Minuten schneller bist oder nicht – egal – Hauptsache, Du bist gelaufen !
Gruß von der sonnigen See
Naja – mit einem 10er als Anschluss an den Marathon hatte ich ja durchaus gute Erfahrungen gemacht. Aber der HM war halt zuviel. Vielleicht hätte ich mehr Augenmerk auf die Erholung legen sollen. Es sind dann doch schon wieder – vor dem Halbmarathon – knapp über 30 Wochenkilometer zusammengekommen, zwar alles recht locker und easy, aber immerhin. Es kommen noch einige „halbe“ dieses Jahr und der nächste wird besser.
Heute waren wir übrigens im Pfälzerwald unterwegs und haben nach einer schönen Wanderung in der Sonne gesessen und uns über einen herrlichen Flammkuchen hergemacht. Du siehst, das Erholungsprogramm hat direkt begonnen …
Viele Grüße