Experimente
Mai 5, 2008 von palatino07
Ein Experimentensonntag sollte es werden.
Nachdem sich der Großteil unserer Laufgruppe am Samstag Abend ins Luxembourger Marathongetümmel stürzte (und wohlbehalten zurückkam), wollte ich am Sonntag früh raus, laufen und dann gemütlich frühstückend dem Mainzer Marathongetümmel zuschauen.

Das erste Experiment, nämlich das frühe Aufstehen ging schon mal um eine Stunde daneben. Mein Körper ist wohl noch nicht soweit, am Sonntag trotz Vogelgezwitscher und Helligkeit schon um sechs Uhr aus den Federn zu kommen. Nagut – lass‘ ich ihm noch zwei Wochen …
Das zweite Experiment bestand darin, eine neue Strecke zu laufen, von der ich nicht wusste, wohin sie mich führen würde. Also – so im groben wusste ich das schon, aber ob ich dann die richtigen Wege erwische oder doch orientierungslos durch die Pampa irren würde – keine Ahnung. Daher vorsorglich zwei Flaschen Trinkbares gefüllt und den Gürtel umgeschnallt. Es sollte warm werden …
Das Experiment Nummer drei hatte mit dem zweiten etwas zu tun. Wenn ich schon eine neue Strecke laufe, dann möchte ich doch mal die Kamera vom Junior mitnehmen und unterwegs einige Laufwege fotografieren. Ich war schon öfters versucht, bei Volksläufen das Geschehen “aus der Mitte” heraus zu fotografieren, wollte das aber zumindest vorher einmal getestet haben. Welch ein Glück.
Los ging es dann mit einer knappen Stunde Verspätung. Den Videorecorder hatte ich noch schnell programmiert, da klar war, dass ich den Start des Gutenberg-Marathon verpassen würde. Nachdem ich auf freiem Feld war, begann auch schon das fotografieren und als erstes stellte ich fest, dass die Sache den Laufrhythmus doch ganz gewaltig störte. Das dauernde stehenbleiben, fotografieren, wieder anlaufen war schon sehr lästig. Außerdem war die Kamera, die keinen Sucher, sondern “nur” ein großes Display hat, bei der Helligkeit und der Sonne im Rücken fast nicht zu gebrauchen. Es war nix zu erkennen und so wurde die Sache zum fotografischen Blindflug. So geht das also nicht. Dazu kam, dass mit fortschreitender Laufdauer die Kamera in der Hand dann doch zum sehr störenden Element wurde. Leider ist sie nicht klein genug, um im Laufgürtel Platz zu finden, bzw. sind die Taschen des Gürtels nicht unbedingt dafür ausgelegt, eine Kamera aufzunehmen. Fazit: wenn Kamera, dann extra-klein, handlich und nur mit Sucher. Muss ich mich mal umsehen.
Das Lauf-Experiment begann mit strahlender Sonne und angenehmen Temperaturen – bis ich die erste Höhe gemeistert hatte. Da war er dann wieder: Mein Wind. Kühl, heftig, störend. Sehr unangenehm beim dauernden stehenbleiben und fotografieren. Ich mag’ keinen Wind mehr!
Die Strecke selbst brachte nichts sensationelles. Ich kam an einigen schönen Stellen vorbei, schaffte rechtzeitig den Schwenk Richtung Heimat und fand mich plötzlich in einem kleinen Dörfchen wieder, dass ich schon oft in anderer Richtung durchlaufen hatte. Von da ab wusste ich also wieder, wo ich war. Die Reststrecke richtete ich dann entsprechend ein, um letzten Endes die 15 Kilometer voll zu machen. Es hätten noch drei mehr sein dürfen, aber das unregelmäßige Laufen und der Wind machten müde.
Geduscht, gefrühstückt und die armen Läufer in Mainz bedauert. Es war genauso warm wie vor einem Jahr, als ich den Marathon nach der Hälfte abgebrochen hatte.
Am frühen Nachmittag gab es noch 7 km Skating. Macht zusammen 22 km. Na bitte – ist doch ok!
Knapp 48 Wochenkilometer.
Ich werde nun versuchen, den Mittwoch als zusätzlichen Lauftag zu integrieren. Mal sehen, ob ich das zeitlich hinbekomme. Ich möchte die Umfänge langsam erhöhen und den Mittwoch dann zum “Laufen nach Lust und Laune” zu nutzen. Evtl. ein wenig regelmäßiges Tempotraining, Laufspiel, Bergläufe … mal sehen, was sich so ergibt.







Jetzt weiß ich, was ich vermisse: die Pfälzer Gegend: Weinberge, Wald - was ist das für eine Burg auf dem Foto ?
Es gibt so viele schöne Laufstrecken bei uns - einfach toll.
Schöne Fotos, macht Heimweh !
Im Sommer hast du vielleicht ein wenig mehr Zeit, da ja die Tage sooooooooooooooooooo lange sind.
Bin gespannt, ob du es auf die Reihe kriegst !
Das ist die Landeck bei Klingenmünster.
Sehr schön da oben im schattigen Burghof, bei einem Flammkuchen, mittelalterlicher Musik, einer Rieslingschorle vor der Nase und eine schöne Aussicht auf die Südpfalz.
Manchmal verliert man den Blick für das Schöne in der Nähe, weil es eben immer da ist …
Tolle Fotos - ein Glück, dass Du die Kamera mitgenommen hast. Meine kleine Sony passt super an einen Laufgürtel und die Tasche dazu ist so “gestrickt”, dass die Gürtelschlaufe auch super in der Hand als Schlaufe genutzt werden kann.
Ich liebe neue Wege und bin froh, wenn meine Distanzen wieder so sind, dass ich auch hier in der Umgebung neue Strecken erkunden kann.