… dann klappts auch mit der Bestzeit!
An manchen Tagen weiß man einfach, dass es DER richtige Tag ist. Heute wird es funktionieren. Wann sonst, wenn nicht heute? War ich nach dem letzten Halbmarathon in Maximiliansau noch reichlich betrübt, weil so garnichts gepasst hat, gab es heute zur Entschädigung einen einfach genialen Lauf.
Am Samstag hatte ich nochmal etwas schnellere 9 Kilometer als “Anspitzer”, gelaufen und am Sonntag sollte noch ein kurzes “Beinausschütteln” folgen. Der Sonntagslauf fiel aus – irgendwie nicht in die Gänge gekommen. Im Bett gelegen, den Vögeln gelauscht – und immer mal wieder weggedusselt. Macht nix. “Wer weiß, wofür es gut ist …” dachte ich.
Heute zeitig am Ort des Geschehens gewesen (natürlich), Startnumer geholt, Musik auf die Ohren und noch ein wenig, der Laufstrecke folgend, in den Wald spaziert. Gedanken fliegen lassen, entspannen.
Um 9 Uhr gingen zuerst die 10er-Läufer auf die Strecke. Hier belegte der ehemalige Rad-Profi Udo Bölts den dritten Platz. Er hat sich inzwischen auf das Laufen verlegt, eine starke Mannschaft um sich versammelt, läuft oft bei den regionalen Läufen und ist immer für einen Treppchen-Platz gut.
Nachdem dann auch die 5-km-Läufer und die Walker aus dem Weg waren, durften wir auf die Strecke. Lustigerweise (für uns) stimme wohl die Uhr des Starters nicht so ganz und so ging es ein wenig früher auf die Piste als angekündigt. Sehr zu Überraschung derjenigen, die kurz vor dem Start nochmal “ins Gebüsch” huschten. Pech.
Die ersten drei Kilometer wollte ich testen, wie es “läuft”, und spätestens dann wusste ich: hier und heute würde ich einen guten Lauf absolvieren. Kein Zweifel. Nur eines hatte ich mir vorgenommen: langsam angehen. 5:20 wollte ich laufen, um in die Nähe meiner bisherigen Bestzeit zu kommen und die erste Hälfte sollte auf keinen Fall schneller sein. Es gelang nahezu perfekt und mit 53:16 lag ich nach 10 Kilometern genau auf Kurs. Die Beine blieben locker und entspannt und wenn einmal ein Kilometer etwas langsamer war (wobei mir nie klar wurde, warum), konnte ich das problemlos wieder herauslaufen. An den Verpflegungsstellen nur einen verhaltenen Schluck für den Durst (ich wollte keinen Wasserbauch riskieren) , aber zwei Becher Wasser über Kopf und Rücken. Die Abkühlung reichte, um die gefühlte Temperatur erträglich zu halten und im Wald war man größtenteils vor der direkten Sonne geschützt.
Nach Kilometer 10 langsam beschleunigt, zum Testen, “was noch geht”. Es ging super und ich konnte locker weiterlaufen. Ab Kilometer 15 dann nochmal richtig zugelegt, ich begann zu überholen, gerade zu dem Zeitpunkt, an dem normalerweise ich immer des Opfer des meines zu schnellen Anfangstempos wurde. Hat Spaß gemacht und zusätzlich motiviert. Die beiden letzten Kilometer fast auf einen 5er-Schnitt gekommen und so reichte es für 1:51:43. Die bisherige HM-Bestzeit um 1:20 Minuten verbessert. Da kann man doch nicht meckern.
Große Ursachenforschung über das “wie” und “wieso gerade heute” möchte ich gar nicht betreiben. Ich hatte die letzten Wochen sehr kreuz und quer trainiert, wie es mir gerade in den Sinn kam. Vielleicht war genau DAS der Grund, vielleicht hatten sich aber auch genau heute der Schwung vom Marathon und die Erholung so ideal ergänzt, das es so gut laufen konnte. Wie auch immer, heute hat es gepasst und ich wusste es vorher!
Noch knapp zwei Minuten bis zur “Schallgrenze” von 1:50. Ohne spezielles HM-Training werde ich das wohl nicht schaffen. Obwohl – gerade mal 5 Sekunden schneller pro Kilometer als heute. So viel hört sich das doch garnicht an. Und trotzdem sind es Welten. Aber vielleicht kommt ja demnächst wieder so ein Tag, an dem “es” einfach funktionieren muss. Ich hab’ ja noch einige Halbmarathons geplant bis zum Herbst. Locker bleiben, Junge …
Der nächste folgt schon am MIttwoch nächster Woche. Der “Gäulauf” in “Gummersche” (Gommersheim). Das “Gäu” ist ein Landstrich, von uns aus Richtung Osten, zum Rhein hin. Gerade mal 15 bis 20 Kilometer weg, aber topfeben, völlig “weinlos”, dafür fruchtbares Gemüseland. Der Lauf ist abends um 18:00 Uhr, es wird wieder warm werden und es hat dort keinen Schatten. Da wird es wohl eher keine Bestzeiten geben. Aber nach dem heutigen Lauf kann ich guten Gewissens einen “Genusslauf” daraus machen.
Morgen früh gibt es dann erstmals den Test mit dem “Morgenlauf”. Mal sehen, ob ich auf die Beine komme… Angesichts der erwarteten Temperaturen wäre es sicher angenehmer als in der Abendhitze zu laufen.
Ich werde berichten …
Na dann kann Frau ja nur gratulieren !
Hat alles gestimmt, und die PB ist gebrochen !
Und am Mittwoch schon wieder ! Donnerdaus, du gehst aber ran an die Buletten !
” Noch knapp zwei Minuten bis zur “Schallgrenze” von 1:50. Ohne spezielles HM-Training werde ich das wohl nicht schaffen.”
Das würde ich nicht sagen, ich erinnere mich an meine Anfänger-Zeiten, da habe ich überhaupt niemals Tempo- und/oder Intervall-Training durchgezogen und bin damals locker unter die 1:50 gekommen, ich bin einfach nur gelaufen, soll heißen, es geht auch ohne, Mann muss geduldig sein, aber im Zeitalter der vielen, vielen angebotenen Trainings-Pläne glaubt mir das keiner !
Egal – wie auch immer, viel Glück für alle deine Vorhaben, ist doch schon, sich in seinen eigenen Erfolgserlebnissen baden zu können, gell
Dankeschön.
Natürlich bade ich immer noch im Erfolgserlebnis
Und wenn ich in viereinhalb Laufjahren eines gelernt habe, dann ist das sicher Geduld. Man kann halt nichts erzwingen, aber irgendwann stimmt dann alles – und es funktioniert fast wie von selbst.
Keine Bange – der nächste Halbmarathon ist erst am 21., also eineinhalb Wochen Zeit zur Erholung. Das reicht.
Dann mal herzlichen Glückwunsch – ungeplante Bestzeiten finde ich ja auch irgendwie cool!