Einmal mehr ein Halbmarathon stand heute auf dem Programm. Der fünfte für dieses Jahr.
„Philippsburger Festungslauf“. Auf der andere Seite des Rheins gelegen, im badischen „Ausland“. Wobei von einer „Festung“ weit und breit nichts zu sehen war, ging der Lauf doch direkt aus dem Ort heraus in den Wald. Aber das Kind braucht halt einen Namen.
Da ich dort schon zweimal gelaufen war, kannte ich die Strecke und ging mit gebremsten Erwartungen an den Start. Zu ungleich der Lauf-Untergrund, der zum Teil asphaltiert ist, aus unebenem Waldboden und split-getreuten Wegen besteht. Die große Hitze der letzten Jahre bei diesem Lauf blieb heute zum Glück aus. Ganz im Gegenteil – so manche(r) schwankte noch kurz vor dem Start zwischen „halb kurz“, „kurz“ und „ganz kurz“. Es gab allerdings auch einige in „lang-lang“. Puhhh – wie laufen diese Leute im Winter? Ich wählte direkt „ganz kurz“ und lief gut damit.
Die Taktik war die inzwischen erprobte: verhalten angehen und sehen, was sich entwickelt. Allerdings waren die ersten Kilometer doch etwas schneller als geplant. Es lief einigermaßen flüssig, doch ab km 12 gab es einige Abschnitte, bei denen ich das Tempo zeitweise drosseln musste. Was mir heute auffiel, waren die fast endlos langen Geraden, die mir bisher nie so sehr bewusst waren. Komisch, man entdeckt doch immer wieder Neues, auch bei Läufen, die man zu kennen glaubt. Zum Überholen gab es heute nicht so viel für mich, allerdings wurde auch ich nur von wenigen Läufern auf den letzten Kilometern geschluckt. Insgesamt ein ereignisloser Lauf, fast etwas langweilig. Routiniert abgespult und die zweitbeste HM-Zeit, die ich gelaufen bin. Die knapp drei Minuten Rückstand auf die Bestzeit von vor fünf Wochen schiebe ich einfach mal auf den Untergrund, die fast 70 Wochenkilometer und eine ständig vorhandene leichte Grundmüdigkeit, die mich zurzeit etwas behindert. Insgesamt scheint der „Temposchub“ doch nachhaltig und kein Zufall gewesen zu sein. Das freut mich natürlich am meisten.
Eine Premiere gab es für mich doch: bei den Verpflegungspunkten auf der Strecke gab es ausschließlich Wasser (das ich hauptsächlich für die äußere Erfrischung verwendete) außer bei der letzten, knapp drei Kilometer vor dem Ziel. Dort wurde doch tatsächlich Cola angeboten und das habe ich direkt zum ersten Mal ausprobiert. Das Magen hat es problemlos vertragen, aber ob die Temposteigerung zum Ende hin nun darauf zurückzuführen war, kann ich nun wirklich nicht sagen.
Mit diesem Lauf habe ich nun mein Soll für den badisch-pfälzischen Laufcup erfüllt, bin in der Wertung und habe mir mein Laufshirt redlich verdient. Nun kann ich überlegen, den vierten Lauf auch noch zu absolvieren, um den mäßigen Lauf vom Maximiliansau als Streichergebnis zu eliminieren. Mal sehen, ob der Termin passt, so wichtig ist die Sache nun auch nicht.
Die Veranstalter in Philippsburg geben sich immer sehr viel Mühe mit dem „drumrum“ und dafür auch von dieser Stelle ein großes Lob. Die „Ein- bzw. Wegweiser“ auf der Strecke aufmerksam und freundlich, das Kuchenbuffet war wieder riesengroß, die Preise klein, das Duschwasser herrlich warm und die Siegerehrung erfreulich kurz und zügig. Und das ich bei der abschließenden Verlosung ein „Camel-Bag“ Trinkgürtel gewonnen habe, setzt dem ganzen natürlich die Krone auf. Da muss ich nächstes Jahr doch glatt wieder kommen!
Ach ja, Gerhard,
Übung macht den Meister.
Cola auf langen Strecken ist das beste Getränk, das es gibt, denn irgendwann hängt dir das Wasser zum Halse und sonst wo raus.
Hört sich alles schön locker und – tja – du sagtest es selbst – ein wenig gelangweilt an.
Ich glaube, du brauchst mal ne richtige Herausforderung, gell
„Ich glaube, du brauchst mal ne richtige Herausforderung, gell“
Höhö – nein, ich werde NICHT weiter als 42195 m laufen. Vorläufig zumindest.
Grinsende Grüße
Gerhard
Das “ vorläufig “ finde ich gut