… gibts halt keine Medaille!
Tja – es war:
• heiß
• heiß
und
• heiß.
Der Reihe nach:
Traditionell mitten in der Nacht früh gestartet, fanden wir einen Parkplatz direkt am Stadion, in dem sich Ziel, Läuferversorgung und auch Bereiche für die Besucher befanden. Die Abholung der Startnummer war problemlos und schnell erledigt. Gleich daneben gab es das Laufshirt (im Preis enthalten), ein Paar Laufsocken (nicht angekündigt, aber trotzdem im Preis enthalten) und eine Flasche Trollinger (ebenfalls im Preis enthalten). Das begann ja schonmal nicht schlecht.
Heute früh um fünf waren es schon (noch?) deutlich über 10 °C und bis zum Marathonstart ging es sicher schon Richtung 20 °C. Die ersten 10 km waren problemlos, die ersten Steigungen (mit dem höchsten Punkt der Strecke) einigermaßen problemlos geschafft. Die Probleme begannen dann so ab km 19. Die Beine schwer, der Atem heftig und der ganze Körper begann sich gegen die Anstrengung zu wehren. Bei km 25 dachte ich zum ersten Mal ans aufgeben, kämpfte mich dann weiter – durch größtenteils schattenlose Weinberge – bis km 30. Leider versäumte ich, dort tatsächlich auszusteigen und die folgenden 2,5 km waren richtig übel.
Ich schleppte mich über die Strecke, kämpfte mit Kreislaufproblemen und Übelkeit, konnte nichts mehr zu mir nehmen und bei der Wasserstelle bei km 32,5 setzte ich mich auf eine Bank in den Schatten. Dort entdeckte mich eine Sanitäterin und bot mir Hilfe an. Ich folgte ins Sanitätszelt und: Da lagen schon zwei auf den Pritschen. Hinlegen musste ich mich nicht, mir ging es relativ schnell wieder besser, aber das war der Zeitpunkt, den Lauf zu beenden. Auf den nächsten zwei Kilometern wäre ich aus den Laufschuhen gekippt.
Der Abholdienst war bereits verständigt und so kam ich sitzenderweise zurück ins Stadion, wo ich die Rest-Mannschaft zum Glück erschöpft, aber gesund und munter antraf. Unterwegs vorbei an vielen „Leichen“, die sich mühsam Richtung Ziel schleppten (und dabei noch die eine oder andere Steigung vor sich hatten).
Die Sanitäter hatten Großkampftag, die Signale der Krankenwagen begleiteten die komplette zweite Hälfte des Laufes und es ist zu befürchten, dass die Läufer reihenweise umfielen.
Kein Wetter für einen schweren Lauf durch schattenlose Weinberge. Aber: mein Frust hält sich in Grenzen denn ich denke, dass das die richtige – und einzig mögliche – Entscheidung war. Die fehlende Finishermedaille kann ich verschmerzen. Dafür kann ich morgen schon wieder ein wenig die Beine ausschüttelnlaufen.
Fazit zum Lauf selbst:
9,5 von 10 Punkten. Die Organisation war nahezu perfekt. Von der Anmeldung über das Geschenen vor dem Lauf bis zum perfekt organisierten Abholservice für die „Gestrandeten“. Im Zielbereich großzügige Verpflegung mit allem, was das Läuferherz begehrt. Duschen für die heißen Füße (genial), kostenloser Massageservice (der natürlich völlig überlaufen war) und bis zum Ende saubere(!) Toiletten. Durchgehend und überall nette, freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter. Viele Feste und Stimmungsnester in den Dörfern an der Strecke, aber auch einsame Passagen durch die Weinberge. Als einziger Mangel wäre anzufügen, dass man wohl von der heftigen Hitze überrascht wurde und – gerade die letzten Läufer – an einigen Verpflegungsstellen kein Wasser mehr abbekamen. Gerade das wäre aber heute wichtig gewesen.
Der Trollinger Marathon in Heilbronn ist anspruchsvoll, aber schön und laufenswert. Wenn es nicht gerade soooooooo heiß ist. Aber wie mir eine Sanitäterin sagte: „Beim Trollinger isch’s immer heiß“.
Arghh, ich habe heute an Dich gedacht und immer wieder aufs Thermometer geschielt und gehofft das es nicht zu heiß ist. Was schreibt man denn Dir nun? Du klingst nicht wirklich geknickt sondern ganz realistisch – trotzdem streichel ich DIr mal virtuell lieb übers Köpfchen und morgen werden die Beine wieder in alter Manier ausgelaufen
Die Hitze ist einer meiner meistgefürchtesten Gegner bei so einem langen Lauf. Du hast die einzig richtige Entscheidung getroffen. Deine Medallie kannst Du dir auch noch nächstes Jahr holen. Jetzt erst mal richtig regenerieren und sich auf die nächsten AUfgaben freuen.
Ich finde auch, dass du alles richtig gemacht hast. Die Gesundheit geht vor. Und wenn du auf den letzten km zusammengebrochen wärst, hättest du auch keine Medaille bekommen. So ist also definitiv besser gewesen (nebst Shuttleservice
) und ich finde es gut, dass du zu deiner Entscheidung stehst.
Hitzeläufe – Feind-Nr. 1 eines jeden Läufers !
Es ist weiß Gott keine Schande, seiner Gesundheit zuliebe auf das Beenden eines solchen Laufes zu verzichten, Gesundheit sollte immer vorgehen, leider passt das nicht in jedes Läufer-Hirn und endet……….
Mach’ dir nichts draus, erhole dich von diesen Strapazen und laufe lieber im Oktober in Frankfurt, z.B., da wird es garantiert nicht so heiß sein.
Ich denke, hier gibt es überhaupt keinen Grund, irgendwie genervt oder enttäuscht zurück zu blicken. Es war einfach zu heiß, definitiv. Manche kommen damit vielleicht besser zurecht, mögen sich in der Hitze wohlfühlen. Bei dir war es nicht so. Daher war es die einzig richtige Entscheidung, den Lauf abzubrechen und stattdessen wohlbehalten ins Ziel gefahren zu werden.
Sei stolz auf dich. Es gibt schließlich auch immer wieder welche, die einfach nicht aussteigen wollen und am Ende wirklich aus den Schuhen kippen.
Ach, ich hab hier ja noch gar nix geschrieben, war ich doch der Meinung, Dich für Deine Entscheidung gelobt zu haben. Sicherlich alles richtig gemacht.
@ all:
Ich danke Euch für den Zuspruch.
Kein Frust, kein Ärger denn es war die einzig richtige Entscheidung. Es geht mir prächtig, ich habe gestern – statt laufen – ein wenig im Garten gewerkelt und heute abend gehts auf die Piste.
Nochmal danke …