Was-ist-das-denn?
Ja – hatte ich mich auch gefragt. Aber ganz einfach: Laufen, Radeln und – na? Genau: Kanufahren.
Nächste Frage: Wer macht denn so was? Na: Kanufahrer, die auch mal was anderes machen wollen. Während Laufen und Radeln wohl relativ verbreitet sind, ist (richtiges) Kanufahren schon eher eine Randsportart.
Also: Der Junior ist begeisterter Kanufahrer. Auch (Halb)-Wildwasser und so weiter. Jedes Jahr im Herbst findet so eine Art Saisonabschluss in Form eines „Kanutriathlon“ statt. Dabei gibt es drei Wettbewerbe: Einzelstarter, die alle drei Disziplinen nacheinander absolvieren, Gruppen, deren drei Mitglieder alle Disziplinen absolvieren und Staffeln, in denen jede Disziplin von einem anderen Teammitglied absolviert wird.
Nun hatte man angefragt, ob ich denn vielleicht Lust hätte, den Part eines Staffelläufers aushilfsweise zu übernehmen. Meine vagen Bedenken, dass ich eine Woche vorher einen Marathon laufen würde, waren schnell beiseite gerückt. 5 km „würde ich wohl schon schaffen“ (natürlich würde ich das) und außerdem gehe es in erster Linie um den Spaß und das „Dabeisein“. Das bestätigte sich schon vor dem Start angesichts der Rennmaschinen, die da angekarrt wurden (sowohl Rad- als auch Kanutechnisch) und es war klar, dass es definitiv beim „Dabeisein“ und „Spaßhaben“ bleiben würde.
Nach Vorbesprechung und Einweisung (hauptsächlich für die Radler) hatte ich um 9 Uhr meinen Auftritt. 5 km (5,2 waren es im Endeffekt). Da ich nicht wusste, wie die anderen ca. 100 Starter einzuschätzen waren, stellte ich mich mal ganz hinten (also ca 10 m hinter der Startlinie) auf. Letztendlich war es wie vermutet: Auch hier einige Cracks vorneweg, überwiegend Einzelstarter, die große Masse waren „Amateur-Jogger“, „Schnellstarter“ und „Langhosige“, unter denen ich mich fast wie ein Halbprofi fühlte. Die Laufwege an bzw. auf dem Rheindamm boten genügend Möglichkeiten, das Tempo zu variieren und an den kurzen Steigungen viele Plätze gut zu machen. Die Läufer in „Winterkleidung“ waren eindeutig die Looser, denn pünktlich zum Start kam die Sonne heraus und sogar mir – im knappsten Läuferoutfit – tropfte es aus der Mütze. Mit einem Schnitt von knapp unter 5 Minuten pro km lag ich im Bereich des erwarteten. Die Beine einigermaßen schwer, kam ich doch im ersten Drittel des Feldes zur Wechselzone und konnte unseren Radler auf die 20 km-Strecke schicken. Zum Schluss absolvierten die Paddler ihre 4 km und zumindest innerhalb meines (Gastgeber-)Vereines konnten wir die beste Staffel stellen (es waren allerdings auch nur drei).
Danach wurde gegessen, getrunken, dann wurde gewartet, dann gabs Kaffee und Kuchen und wir warteten. Leider strapazierte der Veranstalter dann unsere Geduld ein wenig zu sehr, so dass wir ohne Siegerehrung und Tombola wieder Richtung Heimat zogen. War trotzdem spaßig und mal was anderes …
Übrigens konnte ich bei dieser Gelegenheit erfahren, dass es auch einen Quadrathlon gibt: Normaler Triathlon plus Kanu. Man kann es auch übertreiben …
Habe ich noch nie gehört (aber das heißt ja auch nichts
)
Liest sich aber spaßig und so als hättest Du den Marathon sehr gut weggesteckt?!
pienznäschen: Tja – ich hatte das auch nicht gekannt, aber man kann ja durchaus seinen Horizont erweitern. …
Ich hatte tatsächlich noch keinen Marathon, bei dem ich hinterher so „unmüde“ war. Erstaunlich (wahrscheinlich bin ich vieeeeeeel zu angsam gelaufen …)!
Die „Langhosigen“ muss ich unbedingt in meinen Sprachgebrauch mit aufnehmen. Die sind tatsächlich schon wieder unterwegs.
Eine interessante Varante eines Triathlons. Hat was.
Und so ein „genussvoller“ Marathon wie Du ihn absolviert hast, schreit ja gerdazu nach zusätzlichen Aktivitäten!
„Sie sind unterwegs …“. Jeden Tag mehr. Was ziehen die im Winter an?