… schon bei km 18 lauert.
4:15 sollten es sein, über 3:59 wäre ich glücklich gewesen, 4:30 sind es geworden!
Woran lags?
Gute Frage. Nächste Frage?
Gemütliche Anfahrt am Samstag und nach vier Stunden sitzen wollten die Beine ein wenig bewegt werden. 20 Minuten lockeres Traben – so stand es auch im Plan. Es war so extrem warm und schwül, das selbst diese kurze Strecke zu einer schweißtreibenden Angelegenheit wurde. Klatschnass geschwitzt schon nach wenigen Metern – vielleicht hätten wir besser darauf verzichtet? Aber damit hatten wir uns immerhin Kaffee, Kuchen und später eine perfekte Pasta-Mahlzeit bei unseren Gastgebern verdient.
In der Nacht war es ein wenig windig, beim Start immer noch (zu) warm, obwohl es sich im ersten Moment deutlich kühler anfühlte. Überhaupt nicht mein Wetter! Die Anfahrt zum Lauf war unkompliziert und zügig und der Lohn für die rechtzeitige Anreise ein Parkplatz unmittelbar beim Start. Vor dem Start das übliche bunte Treiben, die Menge versammelte sich hinter der Startlinie, es wurde eng und noch wärmer, der Sprecher gab den Einpeitscher, die Favoriten wurden vorgestellt, gute Wünsche verteilt und los gings. Welche Funktion allerdings ein Rudi Assauer bei diesem Programmpunkt erfüllte (außer ein klein wenig prominent sein und dumm rumstehen) konnte niemand so richtig erraten. Das Startpublikum war zahlreich, begeistert und laut. Wie überall bei den “Power-Points” des Münster-Marathon.
Der Lauf führte auf den ersten 10 km durch die Innenstadt-Gassen von Münster und dort stand die Luft bewegungslos. Es war elend warm und dampfig. Schon beim ersten Verpflegungspunkt gab es mehr Wasser über – als in den Läufer.
Trotzdem ging es noch flott voran, die ersten 10 km hatten wir in 55 Min. absolviert und waren auf 3:55 Std.-Kurs. Kurz danach begannen allerdings die ersten Probleme. Die Beine wurden schwerer und das Tempo konnte ich nur noch mit Anstrengung halten. Aus der Stadt heraus, rund um den Aasee und bei km 15 schickte ich meinen Begleiter los, da ich jetzt endgültig bremsen musste. Die Sonne zeigte sich teilweise und machte das Laufen nicht einfacher.
Das Unheil nahm seinen Lauf und bei km 18 war ich kurz davor, auszusteigen. Das wäre dann das Ende meiner Karriere als Marathonläufer gewesen! 18 km absolviert und keine Ahnung, wie ich die fehlenden 24 km hinter mich bringen sollte. Aber nach der ersten Verzweiflung wollte ich die Sache doch nicht ganz so kampflos aufgeben. Also von einer Verpflegungsstation zur nächsten gehangelt – immer bemüht genug, aber trotz allem nicht zuviel zu trinken.
Bei der HM-Marke lag ich mit 2:01 Std. noch nicht mal uneinholbar weit hinter meinem 4-Std.-Fahrplan, wusste aber, dass sich der Rückstand nicht mehr verkleinern würde. Km 30 passierte ich nach 3:02 Std., die 4:15er Zugläufer hatten mich überholt und ich kämpfte immer noch. Krampf-Drohungen aus dem linken Bein, die Oberschenkel schwer, der Kreislauf meldete “demnächst Probleme”, aber ich war nicht alleine mit meinem Leiden. Viele schleppten sich mehr schlecht als recht Richtung Ziel, ständig waren Rettungswagen unterwegs. Die Versorgung war zum Glück reichlich bemessen und auch für das hintere Feld noch vollständig. Wasser, Iso, Bananen, Orangenschnitten und natürlich Cola (es gibt kein köstlicheres Cola als beim Marathon nach 35 km!).
Nachdem ich die Uhr fast nicht mehr beachtet hatte, stellte ich zwei km vor dem Ziel fest, dass ich evtl. doch noch unter 4:30 Std. bleiben könnte. Also nochmal anstrengen, aber es hat leider nicht gereicht, mit 4:30:46 überquerte ich die Ziellinie.
Durchschnaufen, Medaille abholen, Finisher-Shirt, Wärmefolie, Cola, Orangenschnitten. Auch im Zielbereich gab es von allem reichlich. Dicht belagert der Bierstand (natürlich alkoholfreies Weizen), hier musste man sich ein wenig in Geduld üben. Gut, dass ich keines wollte …
Fazit?
Ziel klar verfehlt – trotzdem halbwegs mit mir im Reinen, weil durchgebissen und NICHT aufgegeben. Wenn ich mir im Nachhinein ins Gedächtnis rufe, welche durchtrainierten “Cracks” die gleichen Probleme hatten und dazu die hohe Quote von 20 % Nicht-Finisher dazu nehme, kann ich ja fast noch zufrieden sein, das ich das Ziel erreicht habe. Natürlich hätte ich den Lauf bei diesen Bedingungen “ruhiger” angehen müssen. Aber wer wagt, gewinnt – oder eben nicht!
Am 30. Oktober in Frankfurt steht der nächste Marathon auf dem Plan. Dann aber ganz ohne Tempo-Ambitionen. Da gehen wir die Sache gemütlicher an, bin ich doch “nur” Begleiter, Hase, Tempomacher, Bremser und “Wasserträger”. Grundlagen für ein sicheres Ankommen sollte ich ja nun haben.
Oh weh… wo man hinliest, alles Hitzeopfer. Super durchgebissen. Und am 30. Oktober wird es dann wohl mal nicht schwülwarm sein – nehm ich mal an.
Ja – ich war nicht alleine mit meinem Leiden.
Am 30. Oktober wünsche ich mir angenehme 12 °C mit ohne Wind und wenig Sonne …
Die 12° C mit ohne Wind und ausreichend zu Trinken wünsche ich mir in FRA auch.
Ich hoffe man sieht sich dort vielleicht mal!
Hallo Gerd,
vielleicht ergibt sich ja kurzfristig die Möglichkeit …
Viel Glück